Sonntag, 30. November 2014

Malaga 2

Liebe Musketiere,

Am Sonntag in Malaga begannen wir unseren Tag recht gemächlich, wir standen spät auf, ließen uns Zeit mit fertigmachen, wir gingen in einem gemütlichen Cafe (Café Bilmore, Nähe Plaza de Toros)  frühstücken und schlenderten dann zum Strand.

Heute strahlte uns die Sonne entgegen. Das Meer und sein glasklares, glitzerndes Wasser....Es war einfach herrlich!

Danach machten wir im Grunde eine gute Sightseeing Tour durch Malaga: Castillo de Gibralfaro, Ayuntamiento, Alcazaba, Catedral, sowie mehrere Parkanlagen und Plätze!



 In der Innenstadt war alles wunderschön geschmückt für Weihnachten! Das macht ganz wehmütig auf deutsche Weihnachtsmärkte und den ganzen Weihnachtskram.

Also schnell weiter: Wir wollten bei dem strahlenden Sonnenschein uns es nicht entgehen lassen noch einmal den Hafen zu besichtigen und haben dann dort zu Mittag gegessen.

Ein kleiner Verdauungsspaziergang am Strand entlang und diesmal blieben wir am Katzenfelsen hängen:

Eine Horde von unterschiedlichsten Katzen, die sich von den Touristen füttern lässt. Im Grunde wie ein CatCafe, nur in der Natur und man zahlt nicht dafür und die Kätzchen sind nicht gar so zutraulich, sondern typisch Katzen halt: verspielt, misstrauisch, neugierig, manche wachsam aus der Ferne, manche ganz vorne mit dabei. Manche aufdringlich, andere scheu.

Eine unter ihnen hatte nur drei Beine, aber kabbelte sich trotzdem feuchtfröhlich mit den anderen.


Nach einer viel zu langen Katzen-Schmacht-Session sind wir dann weiter am Hafen entlang geschlendert und haben die letzten paar Sonnenstrahlen genossen.
Danach sind wir noch ein bisschen weiter ziellos durch Malaga geschlendert, bis wir uns mit gebrannten Mandeln im Hotelzimmer wiederfanden und wieder unserer Nannysucht gefröhnt haben.

Samstag, 29. November 2014

Malaga 1

Liebe Musketiere,

Am Samstag Morgen sind meine Schwestipest und ich früh mit dem Reisebus nach Malaga gefahren. (Ein wenig traurig, dass die Zugverbindungen hier schlechter, teurer und langsamer sind als die Busverbindungen, denn im Bus kann man keine Fenster öffnen...). Gute zwei Stunden später waren wir dann auch schon da und haben erstmal eingecheckt.

Erst schien es, als bliebe der Tag sonnig und wir schlenderten gemütlich den Strand entlang bis zum Hafen, an ein paar Touristen-Restaurants vorbei und ein wenig durch die Stadt, aber das gute Wetter wandelte sich von leicht bewölkt schnell in düster, windig und ungemütlich um.


Wir entschieden uns die Sightseeing Tour auf einen anderen Tag zu verlegen und gingen erst mal im Primark von Malaga shoppen:

Ich habe mir eine Minion Leggins(8€), einen fliederfarbenen Gammelpulli (9€) mit Hoodie, einen rotblaukarierten Rock(3€), eine dunkelgrüne Leggins(9€) und eine schwarze Thermo Leggins(4€) gekauft, das alles abgerundet mit ein paar Supergirl-Höschen(5€). Ich weiß, das wolltet ihr alles genau wissen (haha).

Mit den vollen Primarktüten gings dann schnell wieder zum Hotel, aber leider nicht schnell genug... Der Regen holte uns ein, durchtränkte die Primark-Papiertüten und keine zwei Sekunden später lag unser Einkauf (samt Unterhöslis) auf der Straße. Yay!  Wir sammelten unseren Kram schnell ein und flüchteten in den nächst gelegenen Laden, um nach neuen Tüten zu fragen. Eine nette Verkäuferin eines Buchladens schenkte uns die neuen, wasserfesteren Tüten!

Wir gingen danach zu McDoof, um unser Abendbrot zu bestellen, denn meine Schwester hatte sich im Internet informiert und es sollte angeblich glutenfreie Burger in Spaniens McDoof Filialen geben.

Und es gab's tatsächlich!! Ob Big Mac oder Cheeseburger, jeder Burger konnte mit glutenfreien Burgerbrötchen zubereitet werden. Ein Fortschritt, an dem sich der Deutsche Markt ein Vorbild nehmen sollte! Viele arme Menschen, die an Zöliakie leiden, würden diese glutenfreien Burger gerne essen!

Mit mehr als einem McMenu zum Mitnehmen und unserem Primark Einkauf gings dann schnell wieder zum Hotel, denn der Regen wollte einfach nicht aufhören.
Wir legten uns ins Bettchen unter die warmen Decken, hörten dem Regen beim Prasseln zu, machten eine kleine Primark-Modenschau. Danach gab es ein großes Mäcces Fressgelage, während wir gechillt die Nanny schauten, bis wir einschliefen.

Freitag, 28. November 2014

The She-Hulk strikes back!

Liebe Musketiere,

Heute war ein recht gechillter Tag mit meiner Schwester.
Wir sind spät aufgestanden und sind dann ins Zentrum der Stadt für einen Stadtbummel. Wir wollten ein bisschen Shoppen gehen, aber haben im Endeffekt dann doch nichts gekauft. Es war nicht so als gäbe es keine schönen Sachen, aber nichts was uns so begeistert oder perfekt gepasst hätte, dass wir nicht hätten widerstehen können.
Danach haben wir Sushi-Take-Away bei Sushimore bestellt und dies zuhause vernascht. War echt verdammt lecker!
Christmas is near!
Nach diesem abwechslungsreichen Mittagessen müsste ich sinnloserweise noch mal zur Uni. Professorin She-Hulk hatte darauf bestanden, dass ich mit meiner Gruppe zur Revision eines Textes, den wir einreichen mussten, komme. Wir waren nur ca. 5 Minuten zu spät, aber She-Hulk war bereits dunkelgrün und am Schnaufen. Besonders erzürnt war sie darüber, dass ein Mädchen unserer Gruppe noch drei Minuten später kam. Selbst als sie erklärte, dass sie ihre Schwester ins Krankenhaus fahren musste, weil sie plötzlich ihre Wehen bekommen hatte, ließ das den She-Hulk kalt... Ich kann bei manchen Menschen echt nur mit dem Kopf schütteln.
Und dass wir extra an einem Freitag, an dem ich eigentlich gar keine Uni hatte, herkommen musste, hat mich noch mehr aufgeregt. Ich habe zwar erfahren, dass ich eine ganz gute Note in einer Übersetzung hatte, aber das ist nichts, was meine Gruppenmitglieder mir nicht auch so hätten mitteilen können. Einfach lächerlich dafür die Freizeit ihrer Studenten zu beanspruchen. Aber okay, was She-Hulk will, wird besser gemacht. Die Frau ist gefährlich..

Meine Schwester und ich haben dann eine gemütliche Siesta gehalten und im Grunde auch nix spektakuläres mehr gemacht: Kuchen gegessen, Reise nach Malaga geplant, für Reise nach Malaga Rucksack gepackt, gechillt. Es hat eh geregnet, also konnte man auch nicht noch ein wenig in der Stadt rumlaufen.
Upper Plate: Normal Tapas; Lower Plate: Glutenfree Tapas

Am Abend haben wir uns ein wenig im Internet informiert und sind dann glutenfreie Tapas essen
gegangen im Restaurant Paladar.  Das Essen war lecker, der Service freundlich und zuvorkommend und die Küche auf Zöliakie und andere Allergien vorbereitet. Ich kann das Restaurant also nur weiterempfehlen.

Donnerstag, 27. November 2014

Autumn Alhambra

Liebe Musketiere,

Heute sind meine Schwester und ich früh aufgestanden, um die Alhambra in all ihrer Schönheit bewundern zu können.

Man glaubt gar nicht, wie lange man in der Alhambra herumlaufen kann. Aber die Alhambra ist aber auch so atemberaubend schön, dass sich jeder Schritt lohnt!
Wir haben so viele Fotos gemacht! Die Palacios Nazaríos sind einfach so eindrucksvoll! Und die Alhambra in den Farben des Herbstes zu sehen, war irgendwie auch toll...

Man kann diese Art von Schönheit kaum in Worte fassen. Also lasse ich mal wieder Bilder für mich sprechen:


Danach waren wir im Grunde nur noch Souvenir Shopping und haben unseren Stadtbummel fortgesetzt.
Und später haben wir uns mit Schokolade eingedeckt bei Abuela ili (♡♥) und ich habe mir Shampoo von TRESemmé gekauft, weil meine Erasmusfreundinnen so davon geschwärmt haben, dass es die Haare echt super weich macht. Bisher habe ich es nur einmal verwendet, aber falls es wirklich so der Hammer ist und so super funktioniert wie bei einer Freundin von mir (die hat echt super weiches Haar!!) dann sage ich euch Bescheid und schwärme vielleicht demnächst ein wenig mehr über das Produkt.

Mittwoch, 26. November 2014

Granada in a Day

Liebe Musketiere,

Heute wollte ich meiner Schwester so viel wie möglich von Granada zeigen, weil wir einfach einen begrenzten Zeitplan haben und ich wollte sichergehen, dass sie so viel sieht wie nur irgendmöglich:

Zunächst ging es die Calle Recidas hoch, dann zum Plaza Nueva, weiter hoch ins Albacín Viertel und zum Aussichtspunkt San Nicolas, wo wir genüßlich eine Pause in einem Café eingelegt haben. (Ein kleiner Faux-Pas: wir haben Chocolate bestellt, in der Hoffnung einen Kakao zu kriegen und bekamen dann aber den dickflüssigen Choco-Dip, der fast wie warmer Pudding schmeckt und den man normalerweise nur zu Churros dazu bekommt...; wir haben uns dann aber meinen schwarzen Tee geteilt und die "Chocolate" als Schokopudding genossen.); Danach von da wieder herunter durch das arabische Viertel, an den vielen kleinen Teehäusern und Ledermärkten vorbei, bis man wieder bei Gran Vía de Colón auskam und danach sich schnell die Kathedrale angeschaut. Ich habe ihr den schönen grünen Plaza Trinidad, an dem man von Vögeln zugezwitschert wird, gezeigt und danach sind wir zum Fuente de Triunfo.
8km or more Granada Tour

Ich weiß, dass euch die ganzen Orte nichts sagen, aber ich schreibe das eigentlich nur auf, um ein bisschen den Überblick zu behalten, was man alles besichtigen kann, was sehenswert ist, etc.

Nach dem vielen Laufen, besonders in die etwas bergigere Region Granadas, sind wir dann erstmal wieder nach Hause zurückgekehrt, haben die Füße hochgelegt, uns mit Essen vor den Fernseher gehauen und gechillt.

Eine kleine Siesta später haben wir uns dann ein kleines bisschen aufgestylt und sind dann noch ein wenig ausgegangen für Drinks und Paella dazu. Wir waren auch ein bisschen Souvenir-Shopping, aber leider recht erfolglos... (bisher zumindest).

Heute gehen wir was früher ins Bett, um morgen zur Alhambra zu gehen. Hoffentlich gibts noch genug Eintrittskarten...

Dienstag, 25. November 2014

Sister Time!

Liebe Musketiere,

Ich bin zum Flughafen gefahren, hab meine Schwestipest (ich nenne sie bloß Schwestipest, eigentlich habe ich sie sehr lieb!) abgeholt und dann erstmal zurück zu meiner Wohnung. Sie hat mir viel Winterkram mitgebracht und danach sind wir einkaufen gegangen. Der Fluch der Gluten-Allergie zeigte hier keine so verheerende Wirkung wie in Deutschland. Während in Deutschland gut 90% der Lebensmitel wegfallen, so zeigte sich der spanische Supermarkt zuvorkommend:  Die Glutenfreien Sachen sind sichtbar deklariert!



Danach liefen wir ein bisschen in der Stadt rum, es regnete kurzzeitig, aber es war trotzdem ein schöner Herbsttag. Ich denke wir waren beide recht kaputt, aber immerhin habe ich ihr schon ein bisschen was von der Stadt gezeigt.

Morgen gehts weiter! Und sie bleibt bis nächsten Dienstag woohoo!

Montag, 24. November 2014

Mission: Schwestipest

Liebe Musketiere,

Da meine Schwester ab morgen zu Besuch kommt, war ich am schrubben, putzen, aufräumen und noch ein paar wichtige Kleinigkeiten besorgen. Ich will ja schließlich, dass sich mein Claudigaudi wohlfühlt!

Ich freue mich richtig!

Sonntag, 23. November 2014

Mockingjay - Sinsajo Part(e) 1

Liebe Musketiere,

Ich war heute im spanischen Kino und hab mir "Sinsajo" also Mockingjay angeschaut. Ich liebe Hunger Games einfach! Dies ist eines der wenigen Bücher, das dich wirklich alles in Frage stellen lässt und die Verfilmung gefällt mir auch (mit Ausnahme von ein paar wenigen Charakteren). Aber ich kann nicht glauben, wie lange ich vermutlich wiedermal warten muss, bis zum zweiten Teil...
 Ansonsten ist eigentlich sehr wenig passiert. Ich musste viel Unikram erledigen... und ehm ja das war's eig auch...

Samstag, 22. November 2014

Sierra Nevada

Liebe Musketiere,

Ich war heute in der Sierra Nevada!

 Ich kanns gar nicht so richtig fassen... Es war im Grunde ein voller Tag mit Wandern und Schnee. Aber das Wetter hat so verrückt gespielt...

Es war stürmisch und der Wind war unbändig und mächtig. Einerseits trieb er einen an, andererseits hatte man Angst, er fegt einen gleich von der nächsten Klippe! Außerdem blies der Wind einem den Schnee wie fiese kleine Nadeln ins Gesicht. Aber trotzdem war es so wunderschön...


Zunächst war ich nicht sicher, ob ich wirklich Kraft genug hatte, um dem Wind auf Dauer zu trotzen und hatte manchmal wirklich Lust umzukehren, aber mein mexikanischer Doppelgänger trieb uns vorran, denn das war ihr zweites Mal im Schnee und ich denke das erste Mal, dass sie gut knietief im Schnee eingesunken war. 


Ich war fest eingepackt mithilfe des Zwiebelprinzips (ca. 5 Jacken übereinander), aber ich konnte trotzdem spüren wie kalt es war. Erfrieren ist eine ganz schön heimtückische Sache: Als wir Schneeengel machten und ich für einen Moment lang im Schnee lag, hatte ich das Bedürfnis liegen zu bleiben. Die Eiseskälte gemischt mit diesem krassen eisigen Wind gibt einem wirklich die Illusion, dass es einfacher ist sich hinzulegen und zu warten, bis alles über dich hinweggezogen ist. Aber natürlich erinnert der vor Kälte schmerzende Popo freundlich ans Aufstehen.

Jedes Mal, wenn die Sonne zum Vorschein kam, war es herrlich. Man spürte es sofort. Alles wurde warm und jeder Sonnenstrahl wurde gierig absorbiert.

Aber eigentlich herrschte immer der Wind vor. Als wir später in einem kleinen Café saßen und darauf warteten, dass endlich der Bus zurück, mussten wir zusehen, wie der Wind das Dach einer kleinen Berghütte abdeckte...

(Mehr Bilder folgen, aber meine Kamera ist irgendwann müde geworden und deswegen warte ich noch darauf, dass die Mexikanerin mir ein paar Bilder schickt.)

Freitag, 21. November 2014

Churros

Liebe Musketiere,

Hab einen guten Teil des Tages verschlafen. Danach erfolgreich weitergegammelt.



Und zur Belohnung waren wir dann Churros essen.
Ich höre jetzt schon wieder die Spanier jammern, dass es eine Schande ist, die am Abend zu essen, weil sie eigentlich nur morgens serviert werden, aber etwas so süß-fettiges - und etwas so mächtiges vor allem - kriegt man doch nicht am frühen Morgen runter!

Donnerstag, 20. November 2014

Von Bärenhunger zu Bear Hugs

Liebe Musketiere,

Ich war heute etwas spät dran... Und ich meine wirklich spät dran! Sonst bin ich die typische Deutsche, die sich extra Zeit lässt und später losgeht und trotzdem als erstes am Treffpunkt ankommt, aber diesmal war ich so spät, dass sogar Daniel vor mir im Raum saß! Also das will wirklich was heißen!

Ich hatte einen langen Tag und nichts gefrühstückt, nach ein paar Stunden fühlte ich mich leer und energielos, aber mir winkte die Mittagspause (15-16Uhr) entgegen, also schleppte ich mich ein bisschen lustlos, aber hoffnungsvoll zum nächsten Kurs, in dem ich erfuhr, dass ich für den Kurs nach der Mittagspause eine Übersetzung abgeben musste. Erschrocken stellte ich fest, dass ich nicht mal wusste, um welchen Text es sich handelte und in meiner Panik, weil hier, wenn etwas verlangt wird, es direkt mit Note versehen wird, hetzte in der Mittagspause in die Bibliothek und fing an zu übersetzen. Ich schaffte es sogar den Scheißtext fertig zu übersetzen, aber meine Essenszeit war vorbei und der nächste Kurs begann..

Nach der Uni traf ich per Zufall auf Celia, Diego und Pedro. Wir verabredeten uns zum Feiern gehen. Ich war irgendwie besorgt, dass sie mich nur zum Feiern eingeladen hatten, weil ich sie sozusagen "abgefangen", also vorher angetroffen hatte, nicht weil sie es wirklich wollten...

Aber Mahé sagte mir, dass ich mir zu viele und schwachsinnige Gedanken mache und vermutlich hat sie recht. Ich hatte viel Spaß an diesem Abend. Ich weiß auch nicht warum, aber manchmal trübt meine Unsicherheit meine Freude. Aber Ausland macht dich auch einfach unsicher, weil du manchmal nicht weißt, ob du das Richtige im richtigen Moment sagst, ob du alles verstanden hast, ob du dich gut verhalten hast, ob es bestimmte Faux-pas gibt oder ob du sie bereits begangen hast, ohne dass es dir bewusst war...

Jedenfalls waren wir in einer Bar und haben typisch spanisch aus einem Glasgefäß namens Purrón getrunken. Es ist ein Gefäß, das aussieht wie etwas, was man aus dem Chemieunterricht geklaut hat und jetzt mutwillig zweckentfremdet oder wie eine etwas seltsam geformte Bong... Naja jedenfalls: Das, was drin ist in so einem Purrón ist definitiv weitaus verheerender: Die spanischen Getränke sind einfach tückisch: Es ist im Grunde immer ein Mix aus allem möglichen harten Alkohol aber getarnt unter dem Deckmantel süßen Sirups. Sie können dich also umhauen, aber gleichzeitig schmecken sie dabei so süß, dass du gar nicht merkst, wie stark sie in Wirklichkeit sind. 
Danach gings in die Chupitería und wir haben alle möglichen Shots probiert, aber der einzige, der wirklich interessant war, hieß "Celebrita". Der schmeckte wie ein kleines Waldfrucht-Dessert mit Sahne und ist für Naschkatzen wie mich genau das richtige. Vermutlich war der auch nur so süß, um zu übertünchen, wie krass er eigentlich war... 

Danach gingen wir tanzen und es war richtig lustig, vor allem weil wir einfach jeden Song aufs Korn nahmen. Was nicht so schwer in Spanien ist, denn im Grunde jeder Song handelt von "bailar"(tanzen) "beber" (trinken) "noche loca"(verrückte Nacht) und natürlich AMOR! Und als krönender Abschluss spielten sie Queen mit Don't stop me now!!

Irgendwie endeten wir eine gute Weile später genau an dem Platz, wo ich sie getroffen hatte, als sie mich eingeladen hatten. Die Nacht war kühl, lange nicht so kalt wie sie hätte sein können... In Deutschland wären wir vermutlich erfroren, aber in Spanien saßen wir an einem Brunnen und quatschten.

Nach einer Weile gesellten sich zwei fremde Spanier dazu und begannen mit uns zu reden. Ich hatte nichts dagegen, aber ich kannte sie nun mal nicht und wusste auch nicht groß mit ihnen zu reden, also redete ich nur das Nötigste und warte ich erst mal ab, was sie so zu erzählen hatten, bevor ich groß das Wort erhob. Sie boten mir ihren Drink an, ich lehnte höflich ab. Aber direkt formten sie sich ihr Urteil über mich. Ständig musste ich mir ihr Lachen anhören: "Oh so eine ernste Deutsche!" Am Anfang widersprach ich noch, aber sie brachten den "Witz" immer und immer wieder, dass ich irgendwann einfach nur noch mit den Achseln zuckte. Sie waren eh leicht betrunken und mit Betrunkenen lässt sich nicht so leicht vernünftig reden. Aber irgendwann glaubten sie, ich würde mir das zu Herzen nehmen und meinten mich trösten zu müssen und sagten ständig, "Sei doch nicht beleidigt" "Schau nicht so" "Wir meinen es nicht böse", aber ich war überhaupt nicht gekränkt und ich schaute nicht böse oder ernst, ich war müde und gähnte! Mir war das wirklich mega gleichgültig, weil man sich als Deutsche in Spanien eh millionen mal anhören muss, dass wir so ernst sind, dass wir keinen Humor haben, etc... Wir sind vielleicht ernster als die Spanier aber immerhin haben wir Jobs. (BURN!). Aber ernst an sich nicht.
Irgendwann wollten sie mich dann als Entschuldigung umarmen... Ich bin nicht sonderlich angetan davon, dass Fremde mich umarmen. Ich sagte, ich sei wirklich nicht beleidigt, das sei nicht nötig, aber da hatte mich einer der beiden schon in seine Bärenumarmung gezogen. Die meiner Meinung nach viel zu lange dauerte.


Wir unterhielten uns noch weiter über alles mögliche, aber nach einer Weile wurde es echt kalt und wir entschlossen uns heim zu gehen. Unerwarteterweise ging Celia mit einem der Typen mit nach Hause, obwohl der eine Kumpel beim anderen übernachten wollte, weil er Pendler war. Aber da Celia jetzt mit ihm ging, blieb dem Kumpel nichts anderes übrig als im Auto zu schlafen. ... Das war leicht unangenehm, weil wir den Typen ja nicht kannten, sonst hätten wir ja vielleicht gesagt, er könne bei uns die Nacht pennen... Aber so...

Also auf Spanier ist echt kein Verlass, da wird was ausgemacht, aber sobald die Chance auf ein Schäferstündchen besteht, sind alle Abmachungen ungültig...

Ich war ca. um 6Uhr früh zuhause.

Mittwoch, 19. November 2014

The lesson from Fire and Gas

Liebe Musketiere,


Ich wurde heute wieder von Suji's Wecker wach, ebenso wie Mahé. Diesmal war es ein ganz besonderes Vergnügen:
Ihr Wecker spielte K-Pop! 

Um ca. 6Uhr morgens dröhnten mir Boyband Klänge in den Ohren, drangen in meinen Traum und zerrten mich in die Realität. So sanft und schmalzig die Jungs auch klingen mögen, dieser Klang ist einfach grausam so früh am Morgen!

Ich wäre Suji am liebsten an die Gurgel gegangen. Aber dafür ist man einfach zu müde, wenn man geweckt wird... (Gerade jetzt sitzt sie seelenruhig beim Essen und schmatzt feucht fröhlich... Ich weiß ich sollte nicht so selbstgerecht sein, ich habe schließlich auch meine Fehler, aber noch spricht die Wut und ein bisschen der Ekel aus mir, das Schmatzen lässt sich nämlich leider auch grad nicht ignorieren...uwaah..)
Throwing Shade - Korean Style

Ich weckte sie, sie wurde nur halb wach und wollte einfach weiterschlafen, ich musste sie wachrütteln, damit sie ihren Wecker ausstellte, aber sie legte sich sofort wieder hin. Und ihr zweiter Wecker ging los, sie lag direkt daneben aber hört einfach nichts! Das ist... Das... also... unfassbar!

Wir haben jetzt ausgemacht, dass wir sie wecken werden, damit sie uns nicht aus dem Schlaf reißt mit ihren Horror-Weckern.

Danach gab es schon direkt das nächste Drama:
Mahé lief ahnungslos in die Küche und musste feststellen, dass es stark nach Gas roch. Eine Gasplatte war scheinbar die ganze Nacht auf gewesen und das Gas natürlich ausgetreten! (Und die letzte, die gestern gekocht hatte, war definitiv Suji gewesen..) Panisch stellte Mahé sofort das Gas ab und wir öffnetetn sofort alle möglichen Fenster. Mahé und ich tauschten besorgte Blicke aus. Das ist echt gefährlich... besonders weil Suji Raucherin ist!!

Die Wohnung ist seit dem Zwischenfall total ausgekühlt und keiner hat sich für heute getraut den Herd zu benutzen... Vielleicht morgen wieder...

(Jetzt raucht Suji gerade auch wieder wie ein Schlot... Aber wenigstens am Fenster... Ich bin noch nicht mal ausgegangen und ich rieche trotzdem schon nach Bar...)

Home Sweet Home...?

Dienstag, 18. November 2014

Soccer: Game of 90 minutes and at the end wins Germany

Liebe Musketiere,

Wieder eine peinliche Begegnung mit dem Gasmann... Man sollte meinen langsam lerne ich aus meinen Fehlern, aber diesmal fiel ich aus dem Bett, hatte mehr oder weniger was anständiges an, das Geld parat, aber mein Gehirn war noch nicht wach. Der Mann fragte irgendwas(vermutlich wie viele Gastanks ich bestellt hatte), im verschlafenen Zustand erkannte ich, dass es eine Fremdsprache war, aber aus Abwehrreflex zog ich das internationale Englisch, dem logischen Spanisch vor und brachte nur ein "Sorry?" hervor. Der Mann blickte mich verdutzt an.
"Como?"
"Oh...äh...je suis desolée, mon espagnol n'est pas très bon..Qu'est-ce que vous avez dit?"
Der Mann starrte mich nun ganz hilflos an an. Erschrocken stellte ich fest, dass ich vom Englischen ins Französische gewechselt hatte.
"Ahh...ich meinte...eh... also..." Und ich konnte partout die spanischen Wörter nicht finden...

Irgendwie habe ich es doch noch hingekriegt, aber wiedermal wird mir bewusst, dass bei sowas auf meine Mitbewohner irgendwie kein Verlass ist. Sie kamen erst raus, als der Mann schon gegangen und ich mich blamiert hatte. (Der Gasmann war schon einmal vor ein paar Tagen dagewesen und da war ausgemacht, sie sollten die Türe öffnen, aber da haben sie ihn einfach vorbei ziehen lassen und das Klingeln ignoriert, als ich schlaftrunken zur Tür hetze, war der Mann natürlich schon weg und wir mussten einen neuen Tank bestellen.) Diesmal waren sie beide wachgewesen, aber keiner bis zur Tür gekommen...

Der restliche Tag verlief leicht sinnlos, ich hatte einen Kurs, bin extra nur für den einen Kurs hin zur Uni und siehe da: er fällt aus. Ich also wieder zurück gelatscht und dann wurde ich von Daniel eingeladen mit ihm das Fußballspiel Spanien-Deutschland zu schauen.

Vergnügt sagte ich zu und fand mich in einer Reihe von Spaniern wieder, die natürlich nicht für Deutschland waren (haha) und sah mir 90 Minuten lang an, wie 22 Typen hinter einem Ball herrennen. Es war ein wirklich langweiliges Spiel, denn Spaniens und Deutschlands B-Kader waren auf dem Platz, ein paar unerprobte Jungspunde, die noch kein richtiges Zusammenspiel entwickelt hatten... Aber das lässt sich so einfach sagen, wenn man nur auf eine Couch sitzt und zuschaut. Ich mein ich spiele ja nicht mal Fußball. Die Jungs hingegen waren stark am diskutieren, das hat mich stark an die Abende mit meinen Kumpels aus NRW erinnert. Ich musste die ganze Zeit lächeln und noch stärker grinsen, wenn sich die Spanier aufregten, bzw. heftiger diskutierten. Es macht viel Freude die Leute zu beobachten, auch wenn ich manchmal weniger verstanden habe, sobald die Wortwechsel zu schnell wurden. Die Spanier redeten unwahrscheinlich laut und temperamentvoll und stets mit Kraftausdrücken:
Coño, Joder, Puta madre, hijo de puta, ...etc.

In der 89. Minute schoss Kroos das 1:0 gegen Spanien und sicherte damit Deutschland den Sieg, aber die Spanier waren nicht sonderlich überrascht, noch störte es sie.  Sie hatten auf dem zweiten Bildschirm das Spiel Portugal gegen Argentinien laufen. Als Portugal ein Tor schoss, regte sie das viel mehr auf. Nachbarlandsfeindschaft sitzt tief (haha).

Danach schauten wir noch ein wenig so Fernsehen und es war amüsant zu sehen wie aus den harten Fußballfans zusammen zuckende und quiekende (sich teilweise sogar unter der Decke versteckende) Mädchen wurden, als wir uns einen Katastrophenfilm ansahen und da eine Fleischwunde zu sehen war. Ich musste so lachen. Sie fragten mich, ob mich das kalt ließe und ich zuckte bloß mit den Schultern. (Ich weiß einfach wann etwas echt aussieht und so schlimm war das nicht, abgesehen davon wollte ich erwidern, ich sehe echtes Blut jeden Monat, aber ich wollte sie nicht weiter verschrecken.)

Kurz darauf machte ich mich auf den Heimweg, die Straßen immer noch voll mit Leuten, aber mir war für einen Moment echt nach Stille. Die spanischen Tage sind endlos... Es gibt immer jemanden, der länger wach ist als du. Zum Beispiel jetzt wo ich Blog schreibe, schauen meine Nachbarn immer noch Fernsehen (und sie zappen nervigerweise ziellos herum).


Montag, 17. November 2014

Done with Monday

Liebe Musketiere,

Ich habe die Klausur überstanden, war einfacher als ich gedacht hatte...Ich mein nicht nur, dass die Spanier wirklich das gesamte Wissen des Internets zur Verfügung stehen haben, sondern auch, dass der Text wirklich das widerspiegelte, was wir in den Kursen gemacht haben... Ich denke in Deutschland wird es uns mit Spanisch nicht so einfach gemacht... Aber ich muss auch sagen, dass deutsch eine schwierigere Sprache ist als Spanisch...

Der Tag war ansonsten lang, typischer Montag halt. Danach hab ich den Schlaf der letzten Nacht nachgeholt.

Sonntag, 16. November 2014

Sleepless

Liebe Musketiere,

Heute habe ich nicht viel gemacht, aber immerhin meinen Teil des Putzplanes erfüllt und für die morgige Klausur gelernt...wobei man nie richtig für Übersetzungsklausuren lernen kann.. Man kennt ja den Text nicht und selbst wenn man das Thema des Textes kennt, gibt es unendliche Möglichkeiten, wie der Text etwas beinhalten kann, was du nicht kennst oder auf dass du auf die Schnelle nicht kommst...

Ich bin ein wenig nervös, nicht nur weil es meine erste Klausur an der Uni ist, sondern auch, weil ich nicht einschlafen kann...

Samstag, 15. November 2014

American Horror Story

Liebe Musketiere,

Die Zeit geht schnell vorbei, wenn man American Horror Story schaut..
Ich bin eigentlich nicht wirklich beeindruckt von der Serie, aber man fängt die Serie an und will einfach nur noch wissen, was hinter dem Ganzen steckt. Vieles war leicht zu durchschauen, anderes hingegen hat einfach gar keinen Sinn ergeben oder war so absehbar, dass du es nicht wahrhaben wolltest, so dass man doch bis zum Ende geschaut hat, nur um zu sehen, ob es wirklich genau so endet!


Es ist auch nicht wirklich gruselig, sondern mehr tragisch oder mental verstörend. 


 Ich hab also im Grunde die erste Staffel an einem Tag durchgeschaut...

Am Abend war ich auf eine kleine WG-Party eingeladen. Und wer war da noch? Die attraktiven Briten der Marokko Reise, welch amüsanter Zufall. Da wirkten sie schon weniger arrogant, sondern wie zwei alberne Trunkenbolde aber ich kenne sie nicht wirklich.

Wir waren danach in einen Pub namens "Legend", ein wenig tanzen, aber wir sind nicht allzu lange geblieben... irgendwie waren wir alle ein bisschen müde...

Freitag, 14. November 2014

Meh. 2.0

Liebe Musketiere,

Ich habe für dieses Wochenende rein gar nichts geplant und einerseits freut mich das, weil mir das Luft lässt einfach mal rein gar nichts zu tun, zu schlafen, zu essen und Serien zu schauen so viel ich will. Aber andererseits habe ich das Gefühl ich komme zu nichts. Heute beispielsweise bin ich irgendwann gegen 17Uhr eingepennt und bin jetzt gegen 2Uhr hellwach... Ich habe große Lust auf Schokolade, aber nix da..

Ich hoffe euer Wochenende ist interessanter als meines.

Donnerstag, 13. November 2014

Dating Girl

Liebe Musketiere,

Ich hatte wie üblich Uni, aber kaum dass ich mich hingesetzt hatte, erzählte mir das bayrische Mädchen schon von einer erneuten Dummheit, die sie begangen hatte. Sie hatte scheinbar ihrem Mexikaner einen Koffer geliehen, aber nachdem er sich nicht direkt bei ihr gemeldet hatte und ein Foto von ihm mit anderen (männlichen und weiblichen) Personen auftauchte, sah sie sich gezwungen, tief ins Glas zu schauen und Hassbotschaften an ihn via Facebook zu versenden, die auf unfreundliche Kontrollfreak-Art und Weise unmissverständlich mitteilten, dass sie ihren Koffer wiederhaben wolle... Danach habe sie ihn bei Facebook gelöscht. Am nächsten Morgen als die Vernunft wiederkehrte, sah sie ihre ultamative Dummheit ein und bat ihn um Entschuldigung und addete ihn erneut.
Nun fragte sie mich, ob sie noch eine Chance bei ihm hätte... Ehm... Definitely NO, Crazy Girl! Hallo? Was denkt sie sich denn? Ich meine Frustration ist eine Sache, aber das! Das kann man nicht einfach entschuldigen. Sie sagte, sie wolle ihm erklären, dass sie eifersüchtig war (wegen des Bildes) und redete sich ein, dass das sicher alles besser machen würde, dass er dann versteht, dass sie schon schlechte Erfahrungen gemacht hat und dass alles in einem anderen Licht steht. Sie erzählte die Story vielen anderen und viele stimmten ihr zu, vielleicht auch nur, weil sie nicht wirklich wussten, was sie dazu sagen sollten. Ich hingegen blieb bei der Wahrheit. Den Typen kann sie sicher vergessen, es sei denn er steht auf Kontrolle von crazy Chicks...


Irgendwann kurz danach wurde ich spontan auf ein Date eingeladen von Daniel, dem Halbspanier, und sagte kurzerhand zu, weil ich immer finde, dass wenn ein Junge den Mut aufbringt, dich einzuladen und man ihn nicht abstoßend oder unangenehm findet, sollte man besagtem Typ eine Chance geben.

Im Laufe des Tages jedoch machte ich mir Gedanken, was das für eine blöde Idee war, dass ich ja bisher nicht wirklich an ihm interessiert sei, dass ich keine Ahnung habe, wie ich mich normal auf einem Date zu verhalten habe, ob es irgendwelche Regeln gibt. Sogar der Gedanke des Verfallsdatings kam auf, weil ich mein Aufenthalt begrenzt ist und ich einfach nicht wusste, ob es das war, was ich wollte. In diesem Moment stellte ich fest, dass ich kurz davor war, mich selbst in eines dieser Crazy Chicks zu verwandeln und ich entschloss mich von allen Sorgen loszulösen, das alles nicht so ernst zu nehmen und mich zu entspannen.

Eine der besten Entscheidungen, denn ich hatte einen angenehmen Abend mit Daniel, bei dem es sogar so weit ging, dass ich ihm später mit in seine Wohnung folgte, um mit seinen WG-Kumpels American Horror Stories zu schauen und wir dann irgendwann nach gefühlten 50 Folgen in seinem Bett zusammen (nicht miteinander!) schliefen. Ein Moment lockeren Datings und sanfter Intimität.

Am nächsten Morgen hatte er Kurs und musste früh raus. Auch ich trat den Heimweg an und auch wenn ich es nicht als "Walk of Shame" empfand, schien die Welt genau dies von mir zu denken. "Hé, muñeca, ¿a dónde vas?" (grob übersetzt heißt das: Hey, Püppchen, wohin des Weges?).

Mittwoch, 12. November 2014

Friendship is hard...

Liebe Musketiere,

Heute war irgendwie ein trister Tag. Ich hatte Kurs und das bayrische Mädchen hat geweint. Ihr Date lief zwar eigentlich super, aber er hat sich seitdem wohl nicht mehr gemeldet. Vielleicht hat sich das auch schon wieder geändert. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Sie ist mal froh und dann wieder traurig. Es ist besonders schwierig bei ihr, weil ihre Erwartungen an Männer einfach viel zu hoch sind. Ein Typ sagt ihr, er rufe sie an und sie wartet am Telefon den Tag lang. Wenn er sie nicht noch am gleichen Tag anruft oder SMS sendet, ist er bei ihr direkt unten durch. Dabei sollte sie doch langsam gelernt haben, dass Typen mit ihren vagen Aussagen Frauen gerne mal warten lassen. Außerdem stalkt sie einfach extremst. Da taucht ein Bild von ihm und einem Mädchen auf, da wird natürlich auch gleich das Kriegsbeil ausgegraben. So kann das ja auch nicht funktionieren...Aber gerade weil sie immer direkt Hoffnungen und Erwartungen hat, werden diese natürlich wirklich bei solchen Kleinigkeiten sofort wieder zertrümmert...

Und heute hat sie eben geweint. Sie sieht seit Tagen blass aus wie ein Geist und tut mir irgendwie echt leid. Heute habe ich mich so schuldig gefühlt, dass ich kein Verständnis für ihre Gefühle hatte, dass ich sie zum Kuchen essen einladen wollte (was sie aber abgelehnt hat). Vielleicht, weil durchscheint, dass ich oft genervt von ihr bin. Aber habe ich nicht auch ein wenig recht? Ich meine es war das erste Date mit einem Typen, den sie sehr wahrscheinlich nur haben wollte, weil er genau wie der andere Mexikaner war und jetzt, wo es nicht so läuft, wie sie es will, ist sie tottraurig.


Ich werde weiterhin für sie da sein, wenn sie was braucht, auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Ich weiß zwar nicht wirklich, was ich ihr raten soll, aber ich glaube, dass diese "Freundschaft" für sie mehr Bedeutung hat als für mich, denn sie wirkt oft sehr einsam und ist froh, wenn ihr jemand zuhört. Aber trotzdem werde ich ihr mal ein paar gute Filme mit starken Frauen empfehlen...So geht das nämlich nicht weiter!

Uni floss so dahin, später traf ich mich mit meinem Tandem und da merke ich auch immer wie schwierig Freundschaft manchmal ist. Sie ist wirklich super nett und wir geben uns beide total viel Mühe, aber ich denke wir merken beide, dass wir nicht auf der gleichen Wellenlänge sind. 
Warum geht es so einfach sich mit manchen Leuten zu unterhalten, während ich bei anderen irgendwie immer auf Granit stoße und das Gespräch ständig abbricht? Ich meine wir geben uns beide wirklich Mühe, haben auch schon so gut wie jedes Thema durchprobiert: Familie, Filme, Hobbies, Uni, Reisen etc. Aber selbst die lustigsten Anekdoten fühlen sich verwendet an, wenn man nur halbherzig lacht, weil man sich mit der Person zwar versteht, aber keine richtige Verbindung zu ihr hat...

Dienstag, 11. November 2014

Boredom takes over.

Liebe Musketiere,
“Begin at the beginning,” the King said very gravely, “and go on till you come to the end: then stop.”Lewis Carroll - Alice in Wonderland
Manche meiner Dozenten wissen einfach nicht, wann genug ist. Ich habe einen Dozenten, der wirklich jedes Mal sein Sprachpensum erfüllen muss. Aber selbst wenn er wirklich mit seinem Thema durchkommt, dann schaut er auf seine Uhr, nickt zufrieden und kostet wirklich jede Minute aus, die ihm noch bleibt. Heute war es besonders schlimm. Wir waren 40 Minuten früher fertig, aber anstatt uns einfach mal gehen zu lassen, hat der Dozent doch echt noch mindestens 39 Minuten ausgereizt. Ich verstehe ja, das einfach nicht. Er könnte doch gemütlich einen Kaffee trinken gehen oder vielleicht eher nach Hause! Und wir könnten auch 50 produktivere Dinge tun.






Für mich ist dieser Unterricht manchmal echt Folter. Und nicht, weil der Dozent nicht langweilig oder ahnungslos wäre, sondern weil sich das trotz seiner netten Art und vielen interessanten Infos einfach zu lange hinzieht... Der wirklich produktive Unterricht dauert vielleicht maximal 50 Minuten, der Rest ist Geschwafel.
Ich mache bereits mentale Weihnachtseinkäufe in meinem Kopf, ich mache die Übersetzungen für die nächsten drei Kurse, ich lese eure Blogs, ich kritzele auf meinem Block herum oder schreibe in Elvish. Vielleicht sollte ich demnächst mit einem neuen Projekt beginnen...

Irgendwelche Vorschläge?

Montag, 10. November 2014

A Question of Friendship

Liebe Musketiere,

Eigentlich ist wirklich nichts bis wenig passiert.Trotzdem wirft das Leben hier einige existenzielle Fragen auf.

Meine spanische Freundin Celia begrüßt mich jedes Mal super herzlich, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass es eine Erasmus-Spanier-Distanz gibt, die einfach nicht überwunden werden kann...
Und ich spreche nicht von der typischen Sprachbarriere. Ich denke manchmal, dass es nicht einfach ist, die Freundeskreise zu vereinen und dass es schwierig ist, eine tiefe freundschaftliche Bindung zu entwickeln, wenn man weiß, dass auf der Freundschaft ein "Verfallsdatum" steht.

Ich wäre gerne jemand, der wenn er sagt "Wir bleiben in Kontakt" es auch so meint. Aber neben all meinen guten Eigenschaften ist das wohl meine schlechteste: Ich liebe alle meine Freunde, aber es fällt mir schwer zu allen Kontakt zu halten, allen Freundschaften genug Tribut zu zollen und alle wissen zu lassen, wie gern ich sie eigentlich habe.
Viele sagen: Das geht jedem so, mach dir keine Gedanken! Aber das stimmt nicht. Alle anderen halten den Kontakt, sie skypen mit den Freunden im Ausland, sie vereinbaren Treffen und bringen alle ihre Freundeskreise in Einklang. Sie ergreifen die Initiative.
Aber ich nicht.
Ich weiß auch nicht wieso... Vielleicht ist es die Angst vor Zurückweisung, die mich warten lässt, bis sich jemand bei mir meldet. (Und glücklicherweise funktioniert das System!) Aber ich fühle mich deswegen mehr als schuldig, weil dieser Charakterzug für ein freundschaftliches Ungleichgewicht sorgt. 

Ich versuche wirklich etwas daran zu ändern. Aber ich habe oft das Gefühl, man braucht viel Zeit, Geld und Platz um solche Dinge zu organisieren...
Wie zum Beispiel der Pizza+Chilaquiles-Abend. Den habe ich initiiert, aber trotzdem habe ich das Gefühl, es bleibt eher der Einzelfall.. 


Ich versuche wirklich an mir zu arbeiten! So extroviert wie möglich zu sein, aber manchmal mag ich es auch einfach meine Ruhe zu haben, Serien zu schauen und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein, warum ich wie lange auch immer alleine herumgammele. Und ich weiß wie egoistisch und antisozial das klingt... aber wie könnte ich sonst auf Dauer dieses quirlige kleine Hexchen sein, das sich sorglos durchs Leben tänzelt?


Ich sollte sowas ähnliches vielleicht für Celia und co. organisieren, aber ich weiß einfach nicht, wie ich sie ohne zu überrumpeln zu etwas einladen kann... Ich würde sie gerne allen meinen Erasmusfreunden vorstellen, aber sie scheinen ein wenig abgeneigt, wenn sie mit vielen Kulturen konfrontiert sind. Vielleicht weil sie fürchten, dass wir ihre Sprache nicht sprechen und es langweilig wird. Aber wir geben uns wirklich Mühe!
Ich weiß es einfach nicht. Vielleicht wisst ihr einen Rat.

Sonntag, 9. November 2014

Abuela ili en los Alpujarras

Liebe Musketiere,

Mal abgesehen davon, dass ich supermüde bin und meine Nachbarn mal wieder den Fernseher auf voller Lautstärke laufen lassen (dazu auch noch irgendein Opern-Programm schauen), möchte ich euch von einem schrecklich-schönen Tag in den Alpujarras der Provinz Granada erzählen (Mal schauen wie weit ich komme, bevor ich im Schreiben einschlafe):


Wir fuhren früh morgens los und ihr müsst wissen, die Alpujarras sind kleine pueblos blancos (zu dt.: weiße Dörfer) in den Berggebieten in Granada. Wir haben viele dieser kleinen Dörfer (Pampaneira, Bubion, Capileira, Trevelez)  besichtigt und sie waren alle wunderschön und die Bergluft herrlich (vor allem da sie die Herbstfrische angenommen hat), aber bis wir überhaupt jeweils in den Dörfchen angekommen waren...
Au weia... Mir ist jetzt noch ein klein bisschen übel, wenn ich nur daran denke. Die Fahrt war einfach der totale Horror: auf und ab, scharfe Kurven hier, scharfe Bremsmanöver dort, Schlangenlinien fahren, eine Wendung und Drehung nach der anderen. Wenn ich es nur beschreibe, fühle ich mich schon wieder so als würde ich noch im Bus sitzen und mir wird schwindelig und übel...

Mir wird normalerweise nicht so schnell schlecht, aber an manchen Stellen war ich echt am Limit... Kotzen musste ich jedoch dann doch nicht. Die Abwechslung von Berg- und Busluft war vermutlich bestens ausgewogen, um mich davon abzuhalten.


Wir waren in einer Schokoladenfabrik ("Abuela ili chocolate"). Ich muss sagen, die wissen wirklich wie man Schokolade zubereitet! Das is einfach alles so lecker, wir durften so viel probieren! Und das beste daran: Es gibt einen Abuela ili-shop in der Innenstadt von Granada! Also kann ich beruhigt sagen, dass ich die Alpujarras doch nicht so sehr vermissen werde, denn der beste Teil ist ja schließlich auch hier zu kriegen (haha).

Nein, Spaß, es war wirklich ein schöner Trip, aber ich bin auch froh, nicht mehr in diesen Bus steigen zu müssen. Stattdessen mampfe ich froh meine Schokolade und zeige euch lieber ein paar Fotos, damit ihr einen Eindruck bekommt.



 Die Bommel-Mützen-Fraktion!


Die Bilder sprechen, finde ich, für sich! Unglaublich, dass ich jetzt noch Übersetzungen machen muss...

Samstag, 8. November 2014

¡Chilaquiles!

Liebe Musketiere,

Heute habe ich im Grunde nur gegessen.
Zunächst habe ich nur herum gegammelt, dann habe ich mich später mit der üblichen Truppe getroffen, wir sind zusammen einkaufen gegangen und haben dann in meiner Wohnung Chilaquiles, ein typisch mexikanisches Gericht, und Pizzas gemacht.


Essen ist wirklich eine gesellschaftliche Aktivität. Die Leute kommen zusammen, es wird geredet und gelacht und man fühlt sich den Menschen mehr verbunden. Vielleicht liegt das daran, dass man sonst immer nur mit der Familie zusammen isst. Und da als Erasmus Student die Familie fern ist, fühlt sich das noch ein wenig familiärer an. Oder vielleicht geht das auch einfach nur mir so, weil ich eine sehr kleine Familie habe und daher sind große Festessen für mich sehr außergewöhnlich.


Wir haben den Film "La cara oculta" (engl.: The Hidden Face ; dt.: Das verborgene Gesicht) gesehen. Zunächst kam mir der Film seltsam berechenbar vor, aber dann irgendwann mitten im Film hatte ich das seltsame Gefühl, dass ich den Film schon mal gesehen hatte. Ich weiß nicht, ob ich ihn jetzt zum ersten Mal gesehen habe oder nicht, aber auf jeden Fall ist er gut (und das sagt mir, dass ich definitiv zu viele Filme schaue... haha).

Freitag, 7. November 2014

Do you believe in Magic?

Liebe Musketiere,
Ich überlege gerade wirklich fieberhaft, was ich heute schreiben will. Meine Posts kommen mir ein wenig eintönig vor..
Uni, Putzen, Tapas, gammeln, Freunde treffen und wieder von vorne...

Heute war ich zwar Klamotten einkaufen mit meiner Mahé und es war echt lustig, weil wir ein paar Second-Hand Shops und normale Geschäfte durchforstet haben und echt coole Sachen (2 Pullover, einer für 6€ und einer für 19,99€) gefunden haben, aber irgendwie jetzt auf den Tag zurückblickend, kommt mir das nicht wie der bleibenste Eindruck des Tages vor...

Ich wünschte, ich könnte euch mehr an den Gesprächen teilnehmen lassen... Die übliche Truppe hat sich heute zum Paella essen getroffen und wir haben über alles mögliche, aber vor allem über Magie und menschliche Schutzmechanismen geredet. Aber nicht einfach ob Magie existiert, sondern welche Erfahrung wir gemacht haben. Es kamen echt seltsame und intime Stories dabei herum über Manipulation und der ungeahnten Macht, die ein paar Worte haben können...
Ich weiß nicht mal, ob ich das erzählen sollte... Aber mein mexikanischer Doppelgänger erzählte von einem Exfreund, der sie stets manipuliert hatte, um das zu erreichen, was er wollte. Er verlangte zum Beispiel von ihr Geld oder rief sie mitten in der Nacht an, um ihr zu befehlen, sie solle in die Küche gehen, um etwas zu essen, weil so dünn wie sie sei, die Blicke der anderen Männer auf sich ziehe und er sie so nicht ertragen könne. Und das tat sie dann auch. Sie gab ihm ihr Geld. Sie aß und musste ihm dann immer berichten, was sie genau aß. Jedes Mal forderte er, dass sie mehr essen solle. Sie gehorchte. Ein echter Soziopath, aber sie sagte, dass er auch andere, übersinnliche Fähigkeiten besaß. Dass er sie bestrafte, wenn sie nicht gehorchte, aber nicht mit Schlägen, sondern plötzlich fing ihr Rücken an schrecklich zu brennen oder sie war manchmal wie in Trance. Besonders schlimm wurde es, als ihre Schwester sie auf diese seltsamen Dinge ansprach und Vane sich nicht daran erinnern konnte, dass diese Dinge wirklich passiert waren, weil sie diese Erinnerungen ausgeblendet hatte oder weil sie erst, als sie darauf angesprochen wurde, wiederkehrten. Sie meinte bis heute könne sie sich nicht an alles erinnern...

Ich glaube, ich werde mir noch lange den Kopf über diese Geschichten zerbrechen...

Donnerstag, 6. November 2014

Men Trouble

Liebe Musketiere,

Bevor ihr aufgrund des Titels euch schon zu große Hoffnungen auf eine Lovestory macht. Das wird keine (sowas würde ich weder auf FB noch auf diesem Blog posten, das ist mir dann doch etwas zu privat).

Aber Internetpräsenz heißt ja eh im Grunde nur die Spitze des Eisberges von sich preiszugeben, also hier bitte schön:

Es fing damit an, dass ich vor nicht allzu langer Zeit auf einer Uni-Party war und dort mit Celia, Pedro und Diego gequatscht habe. Diego und ich saßen zusammen auf eine Couch und haben gequatscht, später war ich dann noch mit meinen Erasmus-Leutchen tanzen. Der Gruppenarbeitsspanier Daniel sprach mich irgendwann auf Diego an. Wir hätten ja ganz schön miteinander geflirtet. Ich sah ihn entgeistert an. Achja? Mein zweiter Gedanke war: Hatte er mich etwa beobachtet?


Zu Halloween fragte ich im Grunde bei allen an, was sie so für Pläne hätten und so kam es, dass ich auch Daniel schrieb. Er meinte er sei zu Halloween nicht in der Stadt, aber wir können ja mal wann anders einen trinken gehen. Sicher, kein Problem. Als ich ihm schrieb, saß ich gerade in einer Vorlesung, das bayrische Mädchen direkt neben mir. Ich informierte sie, dass er zu Halloween auch nicht da sei, aber dass wir vielleicht ein ander Mal was zusammen trinken gehen können und plötzlich empörte sie sich:

"Wieso hat er dich gefragt und nicht mich?" Steht die Bayerin etwa auf ihn? Dabei schwebt sie doch momentan auf Wolke 7 mit dem Mexikaner Luis II. ...?
"Wovon redest du? Ich hab doch ihm zuerst geschrieben.", erwiderte ich.
"Also hast du ihn gefragt? Die Einladung ging nicht von ihm aus?"

Ich hatte es in dem Moment nicht als Date-Einladung aufgefasst, weil wir ja von Gruppentreffen zu Halloween oder kollektives Tapasmampfen gesprochen hatten...aber in letzter Zeit bin ich mir da nicht mehr so sicher. Er schreibt manchmal ein paar echt fragwürdige Sachen... Ich weiß nur einfach nicht, ob ich mich wirklich darauf einlassen möchte. Ich habe kein echtes Interesse an Daniel und im Februar bin ich schon wieder weg.
 
Dafür gibt es aber einen echt süßen Deutschen in einem meiner Übersetzungskurse (hihi). Er war übrigens auch an der gleichen Party, von der ich am Anfang sprach, aber ich bin mir nicht sicher, ob er mich überhaupt schon mal bemerkt hat. Er ist immer umgeben von hübschen Spanierinnen, die nicht wie ich ständig den gleichen grauen Fleece-Pullover tragen, weil ihre Winterjacke noch in Deutschland liegt..

Mittwoch, 5. November 2014

A little pointless.

Liebe Musketiere,

Es ist vier Uhr früh und ich dachte ich meld mich mal, habe so lange nicht geschrieben und noch so viel zu tun und wann lässt sich sowas erledigen, als früh morgens um 4? Ihr kennt das sicher, um diese Uhrzeit hat man das dringende Bedürfnis produktiv zu sein und---Ehhhhm...NEIN!

Ich bin nicht freiwillig wach um diese Zeit. SuJi hat nur einfach den besten Schlaf der Welt und ihr Wecker klingelt endlos lang und endlos laut! (Vermutlich gerade deswegen)
Es fing irgendwann gegen kurz nach 4 an und hätte vermutlich erst um 9 Uhr aufgehört, wäre ich nicht rüber gegangen, um mich zu beschweren. Mal abgesehen davon, dass, bis ich überhaupt erhört wurde, es mehr als 5 laute Klopfer und drei Rufer gebraucht hat, dachte ich, damit sei die Sache gegessen: Sie ist wach und der Wecker endlich stumm, aber jetzt klingelt gerade ihr zweiter Wecker (Beide wohlbemerkt mit den nervigsten Wecktönen, die man wohl haben kann und die schier unmöglich zu ignorieren sind. Aber SuJi schläft den Schlaf der Gerechten - mehrmals am Tag). Ich kann und will da nicht schon wieder rüber gehen.
Das erste Mal hatte mir Mahé von den lauten Weckern erzählt, aber da hatte ich meine ich-schlafe-wie-ein-Stein-Phase und wusste nicht wovon sie sprach. Aber jetzt! Mahé, wir sind Leidensgenossen erster Klasse. Tut mir leid, dass ich bisher nicht mehr Verständnis für dein Problem hatte.

Abgesehen davon hatte ich Uni und meine Kurse sind aber ausgefallen. Also bin ich für gar nichts heute hingelatscht und den restlichen Tag habe ich irgendwie auch ein wenig vergeudet... Ich denke ich muss mir demnächst ein paar Winterklamotten kaufen, aber ich hatte einfach gar keine Lust heute einzukaufen, obwohl ich Zeit genug gehabt hätte. Aber alleine einkaufen macht irgendwie keinen Spaß...

Dienstag, 4. November 2014

Autumn

Liebe Musketiere,

Heute war der erste richtige Herbsttag in Granada. Es hat geregnet, die Blätter färben sich und die Luft riecht jetzt anders. Ich hatte gehofft, dieser Tag würde nicht kommen. Ich habe den verlängerten Sommer so sehr genossen...Aber es ist jetzt November irgendwann musste dieser Tag ja kommen... 


Es ist nicht viel passiert heute. Ich bin einfach nur müde und froh, mir nicht länger das Geweine der Spanier über das bisschen Regen anhören zu müssen. Die Leute hier wissen gar nicht, was ein wirklich kaltes Wintersemester ist!

Montag, 3. November 2014

I don't like Mondays

Liebe Musketiere, 

Wie ihr vermutlich schon erahnen könnt, ist Montag einer dieser Tage, an denen ich lang Uni habe und im Grunde nichts passiert. 
Aber heute war es echt besonders nervig. Ich habe von 9-18Uhr durchgehend Uni. Ich habe Kurse von 2 Stunden Länge, in denen wir gerade mal die Überschrift eines Textes besprechen! Wir brüten in jedem Kurs so endlos lange über einem Text, dass ich genug Zeit finde, um alle Übersetzungen des Tages in den nachfolgenden Stunden zu übersetzen, um mir die restliche Zeit des Tages freizuschaufeln (wobei so frei bin ich dann doch nicht, weil ich mittlerweile drei Tandem-Partner habe...). Ich lese Online-Blog oder ich lerne Elvish zu schreiben... 

Es sind einfach diese zähen Tage... 

Nach den endlosen Stunden wollte ich mich eigentlich nur nach Hause hieven, aber die Bayerin fing mich ab. Sie erzählte mir, dass ihr neuer Mexikaner sie auf ein Date eingeladen hätte und ich freute mich ehrlich für sie (einerseits, weil ich dachte, jetzt würden ihre Unsicherheiten vielleicht ein kleines bisschen abklingen und andererseits, weil sie wirklich niedlich wirkte, wie sie davon erzählte. Sie hat ein reines Herzchen.) Aber ich war so kaputt... und sie blubberte wieder fröhlich vor sich hin, zeigte mir die Whatsapp Nachrichten und fragte mich, ob das ein gutes Zeichen war. Ich sagte "sicher", er scheint ja wirklich Interesse zu haben. Aber sie ließ einfach nicht locker. Sie wollte wohl eine Analyse der Konversation. Jedes seiner Worte wurde auf die Goldwaage gelegt... Ich war so ausgelaugt vom Tag und meine Freude für sie wandelte sich schnell wieder in die allgemeine Ungeduld um. Warum sieht sie mich nur als ihre beste Freundin?? Ich bin wirklich nicht besonders nett zu ihr. Ich gähnte oder machte Bemerkungen wie schrecklich lang mein Tag doch gewesen war. Eindeutige Anzeichen, dass ich gehen wollte, aber sie schwafelte einfach weiter. 

"Vielleicht sollte ich jetzt mal nach Hause, ich habe echt Hunger..."
"Ja, weißt du, Luis hat mich zum Essen eingeladen!"

Irgendwann kamen Celia und ihre beiden spanischen Kumpels vorbei. Ich freute mich sehr, ich hatte sie länger nicht gesehen, aber ich konnte sie gerade mal begrüßen, weil die Bayerin meine volle Aufmerksamkeit forderte. Die Spanier zogen davon, ich hoffe sie haben sich nicht ignoriert gefühlt... Es war echt nicht meine Absicht... Aber manchmal steckt man einfach fest.
Ich war im Endeffekt um 19Uhr zuhause und mein Heimweg dauert, wenn ich schnell laufe nur 10 Minuten.

Sonntag, 2. November 2014

Mighty Alhambra

Liebe Musketiere,

Heute war ich mit meinem mexikanischen Doppelgänger in der Alhambra und den inneren Gärten, die einem nur mit Eintritt zugänglich sind. Für Anwohner ist dies jeden Sonntag gratis. Und ich bin ja jetzt Anwohner in Granada! Also wird das erstmal gnadenlos ausgekostet!

Jardin Generalife

Palacio Generalife

"Me siento mucho a gusto contigo."
"Lo mismo digo."

Alcazaba




Aber wir haben leider nicht alles geschafft. Ich muss wohl nochmal hin! Wie tragisch (hihi).


Samstag, 1. November 2014

Spoiled or Stupid?

Liebe Musketiere, 
Ich bin immer wieder erstaunt über die Ahnungslosigkeit mancher Menschen und ich rede hier gerade von wirklich ganz normalen Leuten, die einfach Dinge nicht wissen, die für mich selbstverständlich sind:
Ich habe in Granada schon viele Studenten getroffen und die Spannbreite von hilflos und verwöhnt bis zu selbstständig denkend und lebend ist groß. Ich will nicht sagen, dass ich perfekt bin oder dass ich alles weiß, aber manche Sachen...die erklären sich einfach irgendwie von selbst... oder sind einfach logische Gefüge...

Es fing an bei meiner koreanischen Mitbewohnerin SuJi, die versuchte eine Wasserlache mit 50 Zewa-Tüchern zu beseitigen. Die Tücher saugten sich sofort voll und zerrissen und wirklich beseitigt wurde das Chaos da durch nicht... Mahé kam ihr zu Hilfe mit (meiner ersten Wahl) einem Schwamm. Keine fünf Minuten später war alles aufgesaugt.
Es gibt Momente, in denen wir nicht nachdenken, aber es schien wirklich eher so, als wusste sie nicht, dass man sowas besser mit einem Schwamm behebt. Ich mein klar ein Zewa Tuch saugt auch Wasser auf, aber bei großen Pfützen hilft es natürlich nicht wie in der Werbung!

Eine andere Begegnung war die eines deutschen Jungen, der scheinbar noch nie gekocht hatte und wohl zu so einem Ausmaß verwöhnt worden war, dass er auch nie wirklich habe kochen müssen. Deswegen schaffte er es Nudeln, die im Wasser kochen sollten, zu schwarzen Kohlen verbrennen zu lassen. Sein FixFertig-Essen verschmolz in der Mikrowelle zu einem schwarzen Plastikklumpen, weil er nicht wusste, dass man die Verpackung abmachen musste, bevor man es erhitzt (obwohl es sogar auf der Verpackung stand). Seit dem ernährt er sich von Butterbroten.
Ich bin ja selbst kein großer Koch, aber Nudeln kann doch fast jeder. Und einfacher Benutzeranweisungen folgen wird ja wohl auch möglich sein.

Ein anderes englisches Mädchen fragte mich, wie man putzt. Was soll das heißen, wie man putzt? Was meinst du? "Naja putzen halt. Wie putzt man das Badezimmer zum Beispiel?" Ich sah sie sprachlos an. Also, gut, dass man jetzt vielleicht nicht jeden Putztrick kennt, okay, aber so die groben Prinzipien des Putzens sollten einem doch klar sein: Wischen, Schrubben, Polieren, Fegen, Saugen,etc. bis der Schmutz halt weg ist.

Und in letzter Zeit habe ich das Gefühl solche einfachen Fragen häufen sich...
Also:

Ein Abo kündigt sich nicht von alleine.
Der Müll muss rausgebracht werden, damit er nicht stinkt und Ungeziefer anlockt.
Und Essensreste sollte man vorher entfernen, bevor man spült, weil sonst leicht der Abfluss verstopft.

Ich bin wirklich verwirrt... Ich gebe ja zu, dass ich gerade mega selbstgerecht klinge und ich vielleicht auch manches nicht weiß. (Wenn man mich zum Beispiel etwas zu Autos fragt, wäre meine Antwort automatisch: "Werkstatt? ADAC?") Aber heute hatte ich das Gefühl die Ahnungslosigkeit summiert sich bei Dingen, die so simpel wie 1+1 sind...