Freitag, 31. Oktober 2014

Hallowe...nomnomnom...

Liebe Musketiere,

Ich hatte wirklich Lust Halloween feiern zu gehen, ich brauchte zwar ein Kostüm, aber ich wollte wirklich irgendwas cooles zu Halloween machen. Meine Freunde hier allerdings schienen weniger begeistert. Alle hatten keine Lust, weil sie kein richtiges Kostüm hatten, ich sagte ihnen wir könnten uns ganz einfach etwas selbst machen, aber wie das immer so ist: Wer wirklich keine Lust hat, findet Gründe. Aber auf wundersame Weise fanden sich doch noch ein paar, die bereit waren sich zu treffen und wir gingen zunächst Tapas essen. Und einige wenige davon waren sogar bereit nach den Drinks noch tanzen zu gehen. Wir wollten uns um 21 Uhr treffen, das ließ mir genug Zeit, mir ein Kostüm aus dem Ärmel zu schütteln.

Leider stand ich im Endeffekt vor dem gleichen Problem wie alle anderen: Als armer Erasmus Student mit gerade mal den wenigen Sachen, die in den Koffer gepasst haben... Naja jedenfalls hatte ich noch Kunstblut vom letzten Abend und natürlich meine Schminke. Die Möglichkeiten der Verkleidung waren also definitiv eingeschränkt, weil ich nix weiteres kaufen wollte. Vampir hatte ich schon zur Party getragen und außerdem wollten wir ja essen und trinken, da ist Blut in den Mundwinkeln eher suboptimal. Schluss endlich pinselte ich mir eine Schusswunde auf die Stirn.


Wir gingen essen und Melinas Freund war zu Besuch. Ich sprach ein wenig französisch, wobei mir diesmal das Französisch erschreckend schwer fiel... Ich merke, dass es einfacher wird Spanisch zu sprechen (beziehungsweise frei schnauze irgendwas zu labern). Jedes Mal begann ich Spanisch oder konnte keine Verben konjugieren... In meinem Kopf ist Französisch wirklich in den Hintergrund gerutscht. Ich hab zwar einen Französischkurs, aber da kann man sich, wie in der Schule auch, perfekt ohne zu reden durchmogeln.
Der Abend war echt amüsant und aber nicht besonders aufregend oder außergewöhnlich. Ich wäre gern noch feiern gegangen, um den Abend ein wenig interessanter zu gestalten. Aber es waren einfach zu viele Tapas... Alle waren so voll.. Meine Mitbewohnerin Mahé fragte mich, ob ich noch mit in einen Pub komme, um zu tanzen. Aber ich fühlte mich so schwer... Ich schleppte mich und meinen Bauch nach Hause und fiel ins Suppenkoma.



Donnerstag, 30. Oktober 2014

She-Hulk on Campus

Liebe Musketiere,

Es war ein so anstrengender Tag, ich hatte mal wieder bis 18Uhr Uni und danach noch Gruppenarbeit. Ich bin müde...

In einer Übersetzungsübung sollten wir einen Text übersetzen von einem angeblich total bekannten Autor. (Deutsch ins Spanische) Nur dass diesen Autor keiner kannte. Und der auch noch in falschem Deutsch geschrieben war. Und natürlich von Nazis in Polen handelte, um uns immer schön dran zu erinnern, dass wir Deutschen die bösen sind. Aber unsere Dozentin wählt immer so seltsame Texte aus.  Ich denke, es liegt daran, weil sie selbst kein wirkliches Deutsch kann. Wir sollten ihn also übersetzen und eine Gruppe hatte den Text schon übersetzt im Internet gefunden, also las sie schlauerweise genau das vor. Die Dozentin merkte das natürlich sofort, denn ich nehme mal ganz dreist an, sie hat den Text extra ausgewählt, weil es davon schon eine Übersetzung gab und sie nicht denken muss. Ihr Gesicht durchlief alle möglichen Arten von purpur, bis aus ihr herausplatzte: "DAS HABT IHR AUS DEM INTERNET!" natürlich nicht auf Deutsch, sondern auf Spanisch (Das ist übrigens auch die Dozentin, die bei Gruppenarbeiten "SILENCIO!" schreit.). Deswegen taufe ich sie jetzt kurzerhand mal in She-Hulk um. She-Hulk schrie also noch ein wenig herum, dann warf sie uns alle urplötzlich aus dem Unterrichtsraum und kündigte dann zutiefst beleidigt an, wir würden einen neuen Text kriegen, so hätte das ja keinen Sinn. 
Was ich an der ganzen Sache nicht verstehe ist, ihr muss doch klar gewesen sein, dass wenn alle Übersetzungsmittel erlaubt sind und der Text schon übersetzt im Internet zu finden ist, dass dann logischerweise eins zum anderen führen wird. 
Mir solls egal sein. Ich hab den Ärger nur passiv abgekriegt, weil es nicht meine Gruppe war, die den Text aus dem Internet hatte und ich hatte dadurch früher Schluss.

Dienstag, 28. Oktober 2014

A post to make up for it all

Liebe Musketiere,

Ich bin momentan mega in Verzug mit daily blogging, also ist ja auch nicht das erste Mal...(Eigentlich habe ich bei der Challenge ja schon mehrmals geschummelt... ).
Also mogel ich mich einfach mal weiter:

Zusammenfassung der bisherigen Woche:

Montag (27.10.2014): 

Wir kamen mit dem Reisebus um 3Uhr früh in Granada an, ich war wie tot. (Habe ich schon erwähnt, dass ich in Bussen nicht besonders gut schlafen kann?) Ich fiel ins Bett, aber kaum träumte ich etwas, was bei mir den Ausgleich schafft, klingelte auch schon der Wecker. Ich stolperte aus dem Bett, zum Kleiderschrank und siehe da, ich fand mich in der Uni wieder. Die Stunden flossen ineinander bis irgendwann 18Uhr erreicht war und ich irgendwie wieder heimtaumelte und in mein Bett kroch.

Ich könnte schwören, dass der Tag für mich nicht richtig stattgefunden hat.

Dienstag (28.10.2014):

Von Montag 21 Uhr bis ca. um 11 Uhr morgens habe ich durchgeschlafen. Ich habe gar nicht gemerkt, wie viel Schlaf mir gefehlt hat. Es lag sicherlich an diesen dummen Busfahrten, bei denen alle anderen perfekt schlummern konnten und ich in meinem Sitz saß und nach draußen starrte. Immerhin war ich fast immer am Fensterplatz.
Ich ging zu dem einen Kurs, den ich an dem Tag hatte und Mann, war das eine blöde Idee! Ich lief genau in die Falle des bayrische Mädchen hinein... Sie fragte mich, was ich für heute abend geplant habe, ich sagte, ich gehe mit Karin, was trinken und Überraschung: Sie erwiderte freudig, "Ja, voll cool, ich bin auch dabei! Hab Karin gefragt, ob ich mitkann. Macht dir doch nix aus, oder?". Eigentlich war es ein bisschen hinterlistiger, aber das ist nun mal die Kurzfassung. Ich ging nach Hause, um mich zu duschen, bevor wir einen trinken gingen, aber kaum war ich wieder aus der Tür hinaus und zum Aufzug gegangen, stank es seltsam. Ich dachte, es komme von dem Müll, der immer auf den Flur rausgestellt wird, damit die Putzfrauen ihn abholen. Aber kaum war ich ahnungslos in den Aufzug gestiegen, sprang ich auch schon entsetzt wieder heraus. Da hatte doch tatsächlich jemand in den Aufzug gepinkelt! Ein schlechtes Omen für einen langen Abend, dachte ich. (Ich nahm also die Treppe.)
Wir trafen uns und  zunächst waren wir nicht sicher, in welche Bar wir gehen wollten. (Die Auswahl ist endlos, es gibt sogar eine Tapas-Bar, die Sushi serviert!!). Das bayrische Mädchen jammerte, sie sei Vegetarierin und wolle deswegen nur in eine Bar, in der es auch vegetarische Tapas gebe. (Gar nicht so einfach zu finden, denn die Spanier lieben nun mal ihr Fleisch, insbesondere ihren Jamón und Chorizo. Vegetarismus ist ihnen doch noch recht fremd. Die einzigen vegetarischen Tapas, die jede Bar anbot, war Patatas bravas. Im Grunde Brat/Backkartoffel mit Chilisoße. Aber die hatte sie natürlich in Granada nicht zum ersten Mal gegessen. Ist ja auch kein Wunder... Ich habe das Gefühl, man sollte die Vegetarier bei der Einreise nach Spanien warnen!
Da ich mit Deutschen unterwegs war, dachte ich wir suchen uns eine Bar und sitzen da dann ganz nett und gehen wieder heim, aber es wurde wieder eine Bar-Hopping-Tour. Ein Tinto de Verano hier, ein Bierchen da, eine Fanta dort drüben und eine Cola noch ein paar Straßen weiter. Und jedes Mal gabs Tapas dazu. Aber oft werden Tapas zusammen serviert. Ein Teller für alle. Also musste es vegetarisch sein... Ich hab echt nix gegen Gemüse oder vegetarisches Essen an sich, aber wenn du die Auswahl zwischen einem Hamburger als Tapas hast oder Patatas Bravas, die dir den Mund verbrennen... dann wird es nach einer Weile doch etwas traurig. Aber dafür zeigte das bayrische Mädchen uns viele neue Bars, die wir nicht kannten. Bei einer davon zahlt mal 3 Euro, kriegt einen großen Krug mit dem Getränk seiner Wahl und man darf sich sogar 2 Tapas auswählen! In einer anderen bekamen wir ein paar Oliven als kleines Extra Gratis dazu. Nicht, dass ich wirklich ein Olivenesser wäre, aber das war doch eine sehr nette Geste. Ich weiß schon jetzt, dass ich gar keinen Flug buchen muss, weil ich nach Deutschland zurückrollen werde!
Das bayrische Mädchen erzählte von ihrem neuen Mexikaner... Ein Typ, der im Grunde fast genauso aussieht wie der erste, den gleichen Namen trägt und in den sie genauso verschossen ist, wie in den ersten. An sich bewundernswert so eine bedingungslose, ja fast reine Liebe, aber leicht beängstigend ebenfalls. Ich meine sie kennt den zweiten Mexikaner erst seit einem Tag und ist schon wie besessen von ihm. Er hat sich bei ihr noch nicht gemeldet und ständig schaute sie auf seinen Whatsapp-Account. "Er war schon wieder online und hat mir nicht geschrieben!" Er hat vielleicht ein paar andere Dinge im Kopf und hat nur mal eben eine Nachricht angeschaut. Sie macht sich selbst viel zu viel Stress und außerdem hat sie ein überaus geringes Selbstwertgefühl. Ständig macht sie Fishing for Compliments, beklagt ihre kleinen Brüste (wünscht sich vermutlich eine Brust-Op) und ist überzeugt, dass sie kein Typ lieben kann, wenn sie nicht so wunderschön gephotoshopped ist wie auf den Modelpostern. Ich spreche ihr gut zu und beruhige sie, aber sie sieht in mir glaube ich nur einen schlanken Körper mit großen Brüsten...

Mittwoch (29.10.2014):

Der Unitag war schleppend und nicht besonders interessant. Später war ich auf eine Halloween-Party eingeladen. Ich hatte aber kein Kostüm, also rein in den Chino-Laden, bisschen Blut und Zähnchen für 'nen  Euro gekauft und ruckzuck, Problem gelöst.  Ich benutzte herkömmliche Schminke für den restlichen Look. Ein schwarzes Kleidchen dazu. Tadaa. Easy-Breathy-Hallween!

 Die Zähne wollten leider nicht halten, aber auch dafür gibt es eine simple Lösung mit Schminke.
Ich lief geschminkt zur Party und jeder sah mich komisch an. (Ja etwas verfrühtes Halloween...sorry..) Aber was solls, es war lustig. Besonders die Autofahrer, die an mir vorbei fuhren, nicht genug Zeit hatten zu realisieren, was passiert und erschrocken ihre Köpfe noch mal zu mir drehten.


Auf der Party fragten mich ständig alle, ob ich mich selbst geschminkt habe oder wie ich das so cool habe aussehen lassen. Ich überlege, ob ich ein Tutorial machen soll...(Da kommt der echte Blogger in mir zum Vorschein!) Denn an sich war der Look super einfach zu machen, aber scheinbar finden die Leute sowas auch schon ziemlich schwierig oder haben keinen Plan, wie sie anfangen sollen. Also ich will mich definitiv nicht als Professioneller Make-Up Artist hervortun oder sowas, aber vielleicht eher so ein Emergency-Tutorial: Kostüme, die für die Party in letzter Minute gedacht sind. Oder so.
Naja jedenfalls die Party war gut, aber ich bin nicht lang geblieben, weil unter der Woche feiern gehen immer mit dem Risiko verbunden ist, zu verschlafen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Weekend Trip to Morrocco 3

Liebe Musketiere,


Wir frühstückten im Hotel und danach gings auch schon direkt los. Uns wurde ein Kamelritt versprochen, scheinbar gabs aber keine Kamele mehr, denn die wurden durch Dromedare ersetzt. aber es machte keinen großen Unterschied. Schließlich gehören Dromedare auch zur Familie der Kamele und werden sogar als "arabisches Kamel" bezeichnet. Außerdem war der Ritt genauso cool!
Ich war so aufgeregt, weil ich dachte, das Vieh würde mich bei der nächstbesten Gelegenheit abschmeißen, aber das war nicht der Fall und ich hatte viel Freude daran! Im Gegensatz zu ein paar anderen Kanaillen... Einige meinten nach dem Ritt hätten sie so gezittert, andere wiederum ließ das so erschreckend unbeeindruckt und wiederum andere wollten es nicht mal versuchen, weil sie der Überzeugung waren, ein Kamelritt gehöre in die Wüste und nicht so geplant in einem Stück Pampa. Ich bin der Ansicht, wenn sich dir eine Gelegenheit bietet, nutze sie. Wer weiß, ob du nochmal die Chance bekommst? (Die Regel gilt für alles außer Rauchen und Gangs beitreten haha)




Danach fuhren wir ganz schön lange durch die Berge. Es war eine schöne Landschaft, aber irgendwann auch etwas langweilig. Und bei Langeweile und langen Fahrten werden die Unterhaltungen dümmer, bis schließlich Albernheit aufkommt. Es wurde gesungen, schließlich sogar im Bus getanzt. Die Mexikaner sind ein so seltsames Völkchen, immer ausgelassen, aber auch so exzentrisch (Ich sag nur Bodyshots mit Wasser im Reisebus +nüchterne Striptease-Einlagen). Es war so krass. Ich hab das noch nie so erlebt, aber wer kann schon sagen, er hatte an einer Party in einem Reisebus teilgenommen? (In Deutschland wäre so etwas undenkbar, viel zu gefährlich und bestimmt auch gesetzeswidrig! Aber: what happens in Morrocco, stays in Morrocco.)

Wir kamen schließlich in Chefchaouen an. Die Medina: so unbeschreiblich schön mit Häusern, die in allen Blautönen strahlen. Nur durch die Stadt laufen ist so entspannend. Blau ist wirklich eine beruhigende Farbe. (Wenn ich irgendwann mal ein Haus kaufe, möchte ich es Blau streichen oder zumindest einen Raum in genau den gleichen Tönen gestalten.)

Danach gingen wir essen und hatten danach Freizeit, um alles selbst zu erkunden. Alle kauften Souvenirs, aber es fiel mir schwer mich zu entscheiden. Ich bereue es, kein traditionelles Gewand gefunden zu haben, das mir passte, aber vielleicht ist das ja Grund ein weiteres Mal nach Marokko zurückzukehren. (hihi Mir wäre wohl jeder Grund recht..)
Mint Tea after every Meal


Es wurde jedoch Zeit für die Rückkehr, weil in Spanien ja wieder eine Stunde vorgestellt wurde und unsere Fähre ging um 21Uhr von Algeciras zurück nach Ceuta. Die restliche Fahrt heim nach Granada versuchte ich zu schlafen, aber es fiel mir so unendlich schwer. Wir kamen um 3Uhr an. 
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Auf der Reise hatte ich viel mit vier Briten, einer Rumänin, drei Deutschen und zwei Amerikanern zu tun. Aber gegen Ende der Reise kannte man eigentlich so grob alle oder zumindest hatte schon mit fast jedem mal gesprochen. Die Mexikaner waren die seltsamsten und verrücktesten des ganzen Busses. Alle sympathisch, aber durchgeknallt. Es gab zwei britische Typen, die überaus attraktiv waren, aber ebenso arrogant. Ich schätze, das fällt wohl unter das lange vorherrschende Teenie-Gesetz, dass die gutaussehenden Jungs immer gemein sind. Zwei der Deutschen waren in einer Beziehung und leicht arrogant, beziehungsweise ganz schön snobby.. Sie erklärten, nur sie würden Hochdeutsch sprechen, weil sie aus Hannover kommen. Aber ich widerlegte charmant ihre Theorie.

Meine Sorgen waren unbegründet, aber ich kann nichts dagegen tun, man fürchtet das Ungewisse.

Samstag, 25. Oktober 2014

Weekend Trip to Morrocco 2


Tag 2 des Marokko-Abenteuers.


Es gab Frühstück im Hotel und dann gings im Grunde auch schon wieder in den Reisebus. Wir fuhren Richtung Asilah, einer wunderschönen Stadt an der Atlantikküste. Wir besichtigten die Medina(Altstadt), in der fast jeder Winkel verziert ist mit Kunst. Es war ein echt schöner Spaziergang durch Assilah. Als würde man durch ein bewohntes Museum laufen.


Woman painting with her feet

Natürlich gab es auch hier wieder Händler überall, aber die Kunst stand definitiv im Vordergrund.
In dieser Stadt kam mir jedoch das Bedürfnis mir ein traditionelles Gewand zuzulegen. Sie sind wie lange schöne Gewänder mit Kaputze! Ich schaute mir auf dieser Reise einige davon an, aber leider waren die, die mir gefielen zu teuer (50-70 Euro Fixpreis, ohne Verhandlungsbasis) oder die die erschwinglich waren leider nicht in meiner Größe zu haben... Überaus bedauerlich (Naja, ein Grund mehr zurückzukehren.).




Danach fuhren wir weiter nach Tanger, um zu Mittag zu essen. Als wir in die Stadt hineinfuhren, begannen die Leute, die hinten saßen, aufgeregt zu tuscheln. Sie schauten aus dem Heckfenster giggelten und staunten. Ich wusste nicht, was los war. Zunächst dachte ich, die Polizei, die uns zuvor einmal kurz angehalten hatte, sei hinter uns, aber dies schien nicht der Fall zu sein. Es stellte sich heraus, dass sich mehr als zehn Personen wohl an den Bus hingen und mitfuhren. Als wir anhielten, wurde mir bewusst, wie krass das eigentlich war. Es waren hauptsächlich Kinder und Jugendliche. Sie hingen nicht nur hinten dran, sondern sie waren auch unter den Bus geklettert, klammerten sich am Getriebe oder an den Kabeln fest. Was nicht nur gefährlich für diese Kinder war, sondern auch für uns. Sie hatten wohl eine Klappe beschädigt, denn der Busfahrer stauchte sie ganz schön zusammen. Ich kam einfach nicht darüber hinweg wie jung sie teilweise waren. Ihre Gesichter und Hände waren vom Dreck des Busses schwarz gefärbt. Aber sie zeigten keinerlei Reue. Ilyasse, Organisator der Reise und Teil des Erasmus-Teams, erklärte mir später, dass diese Kinder aus dem ärmlichen Dörfern kommen. Man erzähle ihnen die künsten Fantasien über ein paradiesisches Europa, deswegen hängen sie sich an Reisebusse und versuchen auf diesem Wege nach Europa zu gelangen. Aber spätestens an der Grenze werden sie eh abgefangen und zurück geschickt. Außerdem ist dieses "traumhafte Europa", was sie suchen, sicher nicht das, was wir als Europa kennen. Wenn sie die Sprache nicht können und ohne Bildung oder Papiere nach Europa kommen, geraten sie nur an den falschen Umgang und werden ausgebeutet, misshandelt oder an den Organhandel in Einzelteilen verkauft.

Ilyasse trieb uns an, den Kindern keine Aufmerksamkeit zu schenken und führte uns in das zweite Restaurant. Das Essen war lecker und es gab eine Bauchtanz-Show dazu.



Danach besichtigten wir Tanger, aber irgendwie war es eine dieser Städte, in der zu viel gewuselt wird. Es wurde viel gebaut, es gab unsäglich viele Menschen, tausend Gerüche mischten sich, es war laut und eng. Reizüberflutung kann man das wohl nennen.

Als wir wieder in den Bus stiegen, um nach Tetuan zurückzukehren, hingen sich wieder viele Leute an den Bus, aber auf der Strecke haben wir sie wohl einer nach dem anderen verloren. Ich hoffe niemand ist zu schaden gekommen..

Abendessen gab es wieder im Restaurant des Hotels und wieder der beste Schlummer in diesem



Freitag, 24. Oktober 2014

Weekend Trip to Morrocco 1


Liebe Musketiere,

Mein Tag fing viel zu früh an. Um 5:30 würde der Bus abfahren. Ich war erst um 3Uhr wirklich ins Bett gekommen und vor Nervosität hatte ich kaum geschlafen. Ich stand in aller Herrgottsfrühe wieder auf, um noch die letzten paar Sachen in den Rucksack zu stopfen. 
Freudig stellte ich an der Bushaltestelle fest, dass die Gruppe nicht so groß war(nur ca. 30 Leute, sonst sind es immer an die 100) und ein paar andere schienen auch nicht so recht zu wissen, mit wem sie reden sollten, also war es doch irgendwie einfach ins Gespräch zu kommen und sich ein paar nette Sitznachbarn zu suchen.
Pünktlich um 5:30 Uhr morgens fuhren wir also mit dem Reisebus los und zunächst waren die Gesprächsthemen etwas holprig, aber als erst einmal der nervige Smalltalk überwunden war und die ersten paar echte Witze aufkamen, wurde es einfacher.


Von Granada aus ging es nach Algeciras, sozusagen einer der südlichsten Punkte der iberischen Halbinsel, von der wir aus um 10:30 mit der Fähre nach Ceuta übersetzten. Wir waren zwar immer noch auf spanischem Territorium, aber es war schon um einiges wärmer (12Uhr).


Wir fuhren ein gutes Stück mit dem Reisebus weiter und da kam auch schon die Grenzüberquerung: Da Marrokko eine Stunde Zeitverschiebung hat, reisten wir also mehr oder weniger in der Zeit zurück und kamen um 12 Uhr offiziell in Marrokko an.



Wir fuhren in die Stadt Tetuán und aßen erstmal zu Mittag. Gute marrokanische Küche und Unterhaltung in einem.

Dancer balancing lighted candles on his head
© Ilyasse (Erasmus Granada)

Nach der erfolgreichen Stärkung fuhren wir in die Innenstadt Tetuáns, um sie zu besichtigen. Der Stadtkern oder eher gesagt die Altstadt nennt sich Medina. Ein Gewirr aus engen Gassen und kleinen versteckten Märkten.


Das Besondere an Tetuán waren definitiv die vielen Kunsthandwerker. Es gab Goldschmieden und Stoffhändler, aber auch die gut verarbeiteten Lederwaren waren nicht weit.

Und überall kleine Miezekatzen, die darauf hofften (von mir) adoptiert zu werden und geliebt und geknuddelt gefüttert zu werden. (Crazy-Cat-Lady-Overload!)




Je tiefer uns der Stadtführer durch die engen Gassen führte, desto einfacher wurde auch das Leben der Leute, sie saßen auf der Straße, gingen ihren Beschäftigungen nach, sahen gelegentlich verwundert auf, wenn ein blondes Mädchen an ihnen vorbei ging. Irgendwann erreichten wir eine echte Gerberei, wo das Leder in Urinbecken gegerbt wird... Es stank bestialisch und überall wuselten die Fliegen herum. Die Anwohner schienen das gar nicht mehr wahrzunehmen.

Danach gings in den "moderneren" Teil der Stadt zum Geldwechseln (1 Euro= 11 Dirham). Zum Schluss bekamen die Gruppe Zeit für eine freie Erkundungstour.  Zum Shoppen oder Fotos machen oder was auch immer.
Als es langsam dunkel wurde, gingen wir zurück zum Treffpunkt und fuhren zum Hotel (ein 4 Sterne Hotel: Sauber und Frühstück+Abendessen inklusive.). Dort checkten wir schnell ein und aßen zu Abend. Wir waren alle ziemlich geschafft, dass wir im Grunde nur noch schlafengingen. Die Betten waren so unendlich gemütlich. Nach jeder langen Busfahrt war es wie ein Wellness-Urlaub für den Nacken und den Rücken, sich auf diese perfekte Matratze zu legen.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Just a new Challenge, right?

Liebe Musketiere,

Der Tag war trist, den einen Kurs, den ich hatte, hab ich geschwänzt. Und alle darauf folgenden im Grunde auch.(naja es war Streik, also haben sie nicht stattgefunden), aber der Tag fühlte sich sinnlos an.
Ich habe Serien geschaut und FB Nachrichten an alle möglichen Leute geschickt, um mich zu vergewissern, ob wirklich niemand noch Last-Minute nach Marrokko will und meinen Platz übernehmen will. Aber natürlich hatte ich keinen Erfolg.
Gegen Abend schrieb mir einer der Organisatoren, ob ich nun mitfahre oder nicht, ich sagte zu, weil sich ja scheinbar niemand gefunden hatte. Aber später kam raus, dass doch einer noch ein Ticket wollte und ich hätte aus der Reise für diesen Monat rausgekonnt, aber die Organisatoren haben das irgendwie verplant und ihm ein zusätzliches Ticket gebucht!(vielleicht auch absichtlich...wer weiß, aber eigentlich sind das echt korrekte Leute, deswegen hatte ich gehofft, dass das klappt mit dem Verkauf meines Tickets..)
Ich meine, da bittet man die Veranstalter extra darum, dass falls sich einer meldet, die ihm meinem Platz anzubieten...und dann erfahre ich hinterher, dass es gar nicht geht...
Ich hatte wirklich Hoffnung bis zum Schluss, aber jetzt ist es aus.

Jetzt ist es entschieden: ich fahre mit. Und ich werde einfach meinen Spaß haben. Punkt.
Ich lasse mich nicht unterkriegen. War zwar nicht geplant und mir gefällt die Einsamkeit auch nicht, aber ich habe nicht vor zu kapitulieren. Ich werde meine "comfort zone" einfach mal verlassen müssen. (Sozusagen Erstitreff ganz nochmal von vorne... Nur dass sich diesmal die Grüppchen schon gebildet haben...Also vielleicht mehr: erster Schultag an der neuen Schule in der neuen Stadt...)

Gerade packe ich, ich muss um 5Uhr früh raus. Ich weiß nicht so recht was ich packen soll. Es sind nur 3 Tage und wir werden wohl hauptsächlich wandern, aber wer weiß... vielleicht gehen wir ja auch mal feiern? Oder vielleicht sind wie aber auch zu müde...Aber vielleicht gehen wir ja mal schick essen? ...oder auch nicht...Ach keine Ahnung... Die Möglichkeiten sind irgendwie endlos. Und dabei sind es nur drei Tage! - Ja ich weiß: Frauenprobleme.

Die mexikanische Vanessa hat sich mega häufig bei mir wegen des Chaos entschuldigt, aber meine Frustration ist der Nervosität gewichen und deswegen gibt es nichts mehr wirkliches zu verzeihen. Ich bin ihr nicht böse, ich wollte diese Reise ja. Nur lieber mit Freunden zusammen als alleine. (Und ja, ich weiß wie kindisch das vielleicht klingt...)
Und ich merke einfach immer wieder, was für ein treuer Freund Thomas ist. Als ich ihm von dem Chaos erzählte, half er mir Leute zu befragen. Nach der Enttäuschung, dass kein Tausch stattfinden kann, heiterte er mich auf und motivierte mich für die Reise. Er findet immer die richtigen Worte und ich bin sehr froh, dass aus meiner Uni, er mit dabei ist. Er strahlt eine Sicherheit aus, die einem Mut gibt, wenn man sich im Ausland mal verloren fühlt.
Falls er das irgendwann lesen sollte: Vielen Dank, mein Freund!


Wie bereits gesagt, werde ich die nächsten drei Tage vielleicht nicht direkt posten können, also kommt entweder am Sonntag abend oder Montag abend die Zusammenfassung!

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Change in Plans?

Liebe Musketiere,

Heute war ein seltsamer Tag. Ich dachte ich hätte alles unter Kontrolle, bis mein mexikanischer Doppelgänger mir mitteilte, dass sie doch lieber mit Lydia im Dezember nach Marrokko will. An sich klang das Angebot für Dezember wirklich besser, aber ich hatte ja bereits das Ticket gekauft und nun muss ich jemanden finden, der es mir wieder abnimmt. Bisher hatte ich keinen Erfolg. Also versuche ich es weiter, aber falls nicht, fahre ich alleine nach Marrokko mit gefühlten 30 anderen, die ich nicht kenne. Das ist echt total mau... Abgesehen davon, verpasse ich die Noche Blanca in Granada, sowas wie eine offene Museumsnacht. Mal schauen wie die Geschichte noch ausgeht..

Ich bin heute abend noch weggegangen, einfach um den Frust ein wenig wegzutanzen und musste feststellen, dass Sue auch da war. Anfangs schien es als versuche er mich ein wenig zu ignorieren, aber nach einer Weile war er wieder damit beschäftigt, mir zu imponieren. Ich habs dem jungen Mann aber auch angetan und ich verstehe wirklich nicht wieso. Es war Noche Latina und sie spielten viele Songs, die ich nicht kannte, aber als Santana spielte, ging ich voll ab und alle starrten mich verwundert an: "Du kennst den Song?" - Wer kennt denn bitte Santana nicht??

Zu dem wurde mir bewusst, dass die Deutschen einen sehr guten Ruf im Ausland haben:
Lydia, Irin, beschreibt uns als "brutal effizient, aber auf eine gute Art und Weise". Im Fußball seien wir unschlagbar ("Ein Spiel dauert 90 Minuten, es spielen 11 gegen 11 und am Ende gewinnt Deutschland!"). Franzosen meinen: "Es ist unangenehm es zuzugeben, aber die Deutschen sind besser als die Franzosen. Ich würde es nicht sagen, wenn es nicht stimmte." Die Spanier sagen: "Es gibt viele gute Studenten in Granada, aber es sind immer die deutschen Erasmus-Studenten!" Allgemein heißt es immer: "Eure Wirtschaft boomt und ihr seid sehr gradlinig.
Es ist wirklich amüsant, einen so guten Ruf hätte ich uns Deutschen wirklich nicht zugetraut. Ich dachte immer wir seien recht verschrien als Nazis... Aber wie es scheint sind wir ganz gut anerkannt. Deutschland macht sich!

Morgen streiken die Spanier (insbesondere die Studenten) wegen der miesen wirtschaftlichen Situation, deswegen fallen ein paar Kurse aus, aber natürlich der aller erste Kurs am Morgen natürlich nicht...

Viel zu wenig Schlaf...Viel zu viel zum Nachzudenken...

Oh mann...Marrokko Reise... Hoffentlich nicht alleine. Ich bitte darum! Ich funktioniere nicht gut alleine...

Dienstag, 21. Oktober 2014

Making Plans

Liebe Musketiere,

Ich habe heute geschwänzt und mir ein Ticket für eine Marrokko Reise (von Freitag bis Sonntag) gekauft. Vanessa, Lydia und ich hatten das schon länger geplant und die Reise ist ein drei Tage Trip also könnte es sein, dass ich in der Zeit nicht regelmäßig blogge (so wie momentan, sorry, war einfach so langweilig in letzter Zeit.). Der restliche Tag verlief gammelig.

Montag, 20. Oktober 2014

Fashion Kamasutra

Liebe Musketiere,

Bevor ich von meinem Tag erzähle, muss ich eine große Kleinigkeit loswerden:

To my dear Friend: Toast!/Porthos!

Und nun warum ich erst jetzt poste:
Montag ist mein üblicher Horrortag. Ich habe einfach endlos lang Uni(9-18Uhr).
Ganz zu Beginn des Tages strahlte mich das bayrische Mädchen an und fragte, ob ihre Schuhe zum Outfit passten. Ich wollte ehrlich antworten, dass ich keine wirkliche Ahnung von sowas habe, aber sie sah mich so erwartungsvoll an, dass ich anfing rumzudrucksen... Ich sah mir ihre Schuhe an, danach ihr Outfit. Braune Schuhe, Jeanshose, blaugraues Shirt. "Ja sicher..." Ihre Augen schauten beleidigt. Eine wohl zu generelle Antwort. "Also...Ich meine natürlich...die Schuhe...ehm...passen gut zu... ehm..." Den Ohrringen? Der Tasche? Der Hose? Da kam Daniel, ein Halbspanier (halb Deutscher) zu meiner Rettung. "Siehst gut aus, ist doch scheißegal, obs zusammen passt, solangs bequem ist." Ich musste grinsen, wir tauschten den Du-sprichst-mir-aus-der-Seele-Blick aus. Aber die Bayerin antwortete schnippisch: "Davon verstehst du nix, du bist ein Typ!" und wandte sich dann wieder zu mir: "Also?" "Ja doch, passt alles wunderbar zusammen. Mein Kurs fängt jetzt an." Ich machte mich schnell aus dem Staub. Modefragen sind definitiv nicht mein Métier...

Als ich endlich heimkam, musste ich feststellen: Ich hatte kein Internet. Aber dafür bot diesmal die Festplatte meiner Mitbewohnerin eine zuckersüße Überraschung:
Das Kamasutra!
Also nicht, was ihr jetzt denkt! Eine Art Bollywood-Film, aber mit weniger Tanzen und Gesinge, dafür mit echt tollen Bildern und gar nicht so vielen Sexszenen wie man erwarten würde. 
Im Grunde nur eine echt schöne und traurige Liebesgeschichte.


Kamasutra - A tale of Love

So ging der restliche Tag dann mit Übersetzungen rum (wobei ich sagen muss, ohne Wörterbuch sind Übersetzungen zum Kotzen).

Sonntag, 19. Oktober 2014

Aftermath?

Liebe Musketiere,
Nach dem gestrigen Horrortag hatte ich mir eigentlich geschworen nie wieder in diese Wohnung zurück zukehren, aber eine Gruppenarbeit zwang mich dazu. Aber ich war diesmal wenigstens nicht allein mit ihr, ein Spanier war noch mit dabei.


Ich sagte gleich zu Beginn, dass ich noch anderweitig verabredet bin, sodass das spätere Flüchten leichter fiel. Das Mädel tat die ganze Zeit so, als sei gestern ein super Abend gewesen - was eine Lüge!
Ich konnte es nicht fassen. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob ich mir anmerken ließ, dass ich mich so unwohl fühlte wie noch nie... Aber es schien nicht der Fall zu sein und selbst beim Abschied machte sie wieder auf beste Freunde, aber ich war einfach froh da raus zu sein, also hinterfragte ich es nicht.

Es war super Wetter heute, aber ich war zuhause und habe den restlichen Tag über Serien geschaut und Übersetzungen gemacht...

Samstag, 18. Oktober 2014

Weird, rude...But you don't mind, right?

Liebe Musketiere,

Ich habe bis 13Uhr geschlafen, habe einen Putzplan für die WG erstellt und dann meinen Teil des Putzplanes erledigt. Ich habe übersetzt und dann Serien geschaut.

Gegen Nachmittag schrieb mir das bayrische Mädchen, ob wir was zusammen machen wollen... Sie ist immer besonders auf mich fixiert. Sie denkt, glaube ich, dass ich ihre beste Freundin bin. Sie labert mich stets zu, aber immer nur von ihrem mehr oder weniger Ex, mit dem sie was hatte, aber der sie danach wohl nicht mehr wollte oder keine Ahnung...
Die Woche über habe ich es erfolgreich geschafft, ihr zu entrinnen, aber diesmal konnte ich nicht schon wieder absagen. Außerdem haben wir so viele Kurse zusammen, dass ich denke, vielleicht ist es ganz gut, sie als Freundin zu haben. Sie ist zwar nervig, aber wie schlimm kann es schon werden. Außerdem will ich keine dieser Personen sein, die vorne herum nett ist, aber dann mega hinterfotzig ablästert und leider tue ich das auf diesem Blog leider viel zu häufig... Abgesehen davon scheint sie mir ein Mädchen, dass ganz dringend jemanden braucht, mit dem sie reden kann.
Also sagte ich zu. Wir wollten zusammen einen Film schauen und ich dachte mir, das sei perfekt: So müssen wir wenig reden, denn wir haben eh wenig gemeinsam, es ist zeitlich begrenzt, sobald der Film um ist, kann ich die Düse machen und es ist etwas soziales, sodass wir uns vielleicht ein wenig annähern können und vielleicht doch noch die Basis für eine Freundschaft finden können.

Ich ging zu ihr und sie sagte, sie müsse nur kurz noch eine Wäsche aufhängen, die gerade fertig geworden war. Ich sagte, dass das doch kein Problem sei. Sie hängte also ihre Wäsche auf dem Wäscheständer auf, aber es war mehr Wäsche als Platz auf dem Ständer und so schlug ich ihr vor, ein paar Sachen über die Stühle oder über die Kommode zu legen. Von der Idee war sie begeistert, aber meinte, sie wolle nur kurz einmal drüber wischen, damit ihre frisch gewaschene Wäsche nicht direkt wieder durch den Staub schmutzig wird. Klang verständlich, ich nickte und sie holte einen Lappen. Aber nicht nur wischte sie über die Möbel, über die sie ihre Wäsche hang, sondern plötzlich fing sie an, wirklich alles zu putzen: Die Tische, den Schrank, die Regale. Einfach alles!
Sie verbannte mich kurzerhand aus dem Wohnzimmer für eine Weile, um den Boden zu wischen! Dann machte sie mit dem Bad und der Küche weiter. Ich verstand die Welt nicht mehr. Wollten wir nicht einen Film schauen?

Als ihre Wohnung wie neu strahlte, kam sie zu mir, entschuldigte sich und meinte, sie habe einen absoluten Putzfimmel, wenn sie einmal dabei sei, müsste sie alles sauber machen. "Oh ist doch kein Problem...", sagte ich und dachte mir aber meinen Teil.
Sie schlug vor, dass wir etwas zusammen kochen und dann den Film schauen. Ich war einverstanden und dachte, dass es vielleicht einfach ein schlechter Start war, dass ich sie vielleicht in einem dummen Moment erwischt hatte. Dass sie vielleicht vorher hatte putzen wollen, aber es einfach nicht geschafft hatte... Oder irgendetwas ähnliches, was mein nach logiksuchendes Hirn und mein immer-ans-Gute-im-Menschen-glaubendes Herzchen sich ausmalten.

Das Essen kochen dauerte aber auch so endlos lange... Ich fühlte mich, als würden diese dummen Reiskörner niemals weich werden und ich müsste auf ewig bei ihr bleiben. Während des gesamten Kochens, genauso wie bei ihrer exzessiven Putzaktion, sprach sie wieder über nichts anderes als darüber wie sehr sie ihren Ex-Lover liebt und dass er nicht auf einen Smiley, den sie geschickt habe, geantwortet hat und was er für ein Wichser sei, weil er nur mit einem "yeah" nach ca. 3h geantwortet habe. Und dass er aber sooo toll sei und er sie hoffentlich wieder zurück nimmt.
Ein absoluter kompletter rosaroter Bullshit!!!
Ich versuchte ihr klarzumachen, dass wenn er wirklich an ihr Interesse hat, wird er sich schon nochmal von sich aus bei ihr melden. Falls nicht, sei das ihre Antwort. Aber sie wollte gar nichts rationales hören. Sie blubberte weiter über ihren wundertollen Traumprinzen und bemitleidete sich selbst, dass sie jetzt gerade so weit entfernt sei und nicht zu ihm könne. Ich musste fast kotzen.
Keine meiner realistischen Denkansätze funktionierte oder zeigte auch nur irgendein Zeichen von rationaler Hirnaktivität. Also ließ ich sie blubbern. Ich dachte irgendwann würde sie schon selbst das Thema wechseln, aber das war ein Irrtum: Sie kann endlos über ihn quatschen. Und wenn sie nicht über ihn quatscht, zeigt sie einem Fotos von ihm oder seine Facebookseite. Seine Statusnachrichten oder Auszüge aus ihren Chats mit ihm.


Das Essen war endlich fertig und wir setzten uns auf die Couch. Ich war so dankbar, ich dachte, mit dem Beginn des Filmes würde sie endlich schweigen. Aber sie hatte gar keinen Film im Sinn. Sie schaltete nur den Fernseher ein und wir sahen einfach so ein wenig fernsehen. Sie unterhielt sich weiter über ihren super-duper-Lover. Irgendwann surrte ihr Handy. Sie fragte mich, ob es mir was ausmachte, wenn sie kurz draufschaue. Kein Problem, mach nur. In dem Moment war es mir schon fast lieber als ihr Geschwätz. Aber es blieb nicht bei einer Nachricht und irgendwann saß sie nur noch am Handy und scrollte, während ich stumm auf den Fernseher schaute. Sie meinte, ich könne ruhig was erzählen, sie höre zu. Aber es war so offensichtlich, dass sie es nicht tat. Ich meine sie machte immer mal wieder Aha und Uhum, aber ich sah, wie sie auf Facebook fleißig weiterscrollte. Mitten im Satz unterbrach sie mich und zeigte mir irgendein Bild, das sie likete und dann schamlos weiterscrollte. Ich sagte, es sei schon spät und ich werde jetzt gehen. "Uhum...ok" Weiterhin Zombiestarren aufs Smartphone. Ich zog meine Schuhe an und wiederholte mich.
"Ich gehe jetzt."
Keine Reaktion. Sie besaß doch wirklich die Frechheit nicht einmal aufzustehen, um mich zu verabschieden. Ich war in dieser unangenehmen Position, bei der ich nicht wusste, ob ich einfach zur Tür rausgehen sollte. Ich hätte es tun sollen, aber ich war zu höflich und versuchte es noch einmal.
"Ich gehe dann jetzt." Ich wandte mich zur Tür, aber sie kam mir nach.
"Oh sorry, ich meine, voll schön, dass du da warst und ich habe hoffentlich nicht zu lange am Handy gehangen, tut mir echt leid. Das hat dir doch nichts ausgemacht, oder?"
Aber nicht doch.... Ich wollte einfach nur weg. Was ein verschwendeter Abend.



Was bin ich einfältig.


Freitag, 17. Oktober 2014

My Brain hurts

Liebe Musketiere,

Der Tag begann schleichend. Bin mittags aufgewacht, hab Großeinkauf gemacht, dann gekocht und eigentlich den Tag mehr oder weniger mit Serien schauen verstreichen lassen.
Einkaufen ist auch so eine wunderbare entspannende Beschäftigung. Man geht so durch die vielen Abteilungen und sucht sich, was immer man will. Da ich ein Mensch mit Fresslaunen bin, gibt es für mich nichts schöneres, als gemütlich von Reihe zu Reihe zu schlendern und zu stöbern. Aber auch wenn Fresslaune so klingt, als würde ich immer nur fettiges oder Süßkram essen, so haben meine Launen auch ihren Vorteil. Dieses Mal war ich verrückt nach Früchten.
Mein Kühlschrank ist jetzt voll mit Melone, Trauben, (Tomaten), auf meinem Tisch liegen Mandarinen, Äpfel und Bananen. Ich hätte noch mehr gekauft, aber wenn ich bedenke, dass ich nur eine einzelne Person bin, kriege ich ein schlechtes Gewissen...


Gegen Abend fragte mein mexikanischer Doppelgänger, ob wir noch Tapas essen wollten. Wir gingen in einige der coolsten Bars, in denen ich bisher war. In der einen Bar, war alles vergoldet und in der zweiten gabs einen Retro-Vintage-Overload, aber es hatte irgendwie Stil und selbst die Speisekarte war wie eine alte Zeitung aufgemacht. Im Hintergrund spielte Jazzmusik und später ein Solo-Pianist. Es gab lecker Kuchen und fulminante Milkshakes.
Es kam eine buntgemischte Gruppe zusammen: Mélina, eine Französin, die Spanisch, aber kein Englisch sprach. Lydia und ihr irischer Freund John, der leider kein Spanisch versteht. Und die mexikanische Vanessa, die leider kein Englisch versteht. Und ich als Deutsche mit ganz guten Sprachkenntnissen in eigentlich allen genannten Sprachen (zumindest, was das verstehen angeht).


Und so kam es, dass ich plötzlich zum "Medium" ernannt wurde. Englisch kann ich fließend sprechen, Spanisch geht auch ganz gut, Französisch verstehe ich und kann ich ein wenig holprig zusammen stümpern und in meinem Kopf fanden sich immer mal wieder ein paar deutsche Worte wieder. Aber jedes Mal, wenn etwas erzählt wurde, musste ich oder Lydia dolmetschen oder halfen den anderen auf die Sprünge.

Wie nach einer langen Unterrichtsstunde tut jetzt mein Kopf auch ein wenig weh. Ich bin froh, wenn ich ins Bett komme.


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Marine Chupito

Liebe Musketiere,

Ich habe gerade für einen Moment meine Augen geschlossen, alles dreht sich, aber es ist so angenehm. Es ist als könnte ich das Universum bewegen. Ich weiß, wie schmalzig das klingt, sorry. Aber es ist wirklich als wäre ich Herr dieser Welt, obwohl ich kaum Kontrolle mehr habe. Seltsam, nicht?


Vielleicht sollte ich euch ein wenig aufklären: Ich hatte Uni und es war wieder super warm (26°C) und nach meinen Kursen bin ich mit den Spaniern (Celia, Pedro, Diego), mit Thomas, Lydia und noch vielen anderen auf die Uniparty für die Translationsfakultät gegangen. Danach gings in eine Chupitería (Chupito= Shot) gegangen, also im Grunde sowas wie Shooters. Ich hatte nur zwei Shots (77 "Marine" = lecker und 61 "Bubu"= disgusting), aber nach dem vielen Tinto der Verano war das zu viel des Guten.

 

"Arriba,

abajo,

al centro,

adentro!"


Naja,ok bis ich aufgefüllt bin, dauert es ja auch nicht lange.
Momentan fühlt sich alles ganz angenehm an. Ich habe Lust irgendwen zu knuddeln. Hab ich mich schon ein wenig bei Thomas ausgetobt, aber irgendwie hat man echt ein bisschen verstärktes Kuschelbedürfnis. Ich nenne diesen Zustand "touchy-feely", weil man wenn man betrunken ist, man plötzlich ständig über seine Gefühle reden will, seine Gefühle ausdrücken will oder immer irgendwen antatschen muss. Normalerweise finde ich diesen Status eigentlich sehr nervig, aber man merkt gar nicht, wie nervig man ist, wenn man selbst in diesem Zustand steckt.

Ich gehe jetzt schlafen. Bilder folgen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Meh.

Liebe Musketiere,

Meh. Boring Day.

Hab gefuttert und geschlafen, Serien gesuchtet, Unikram.(Gruppenarbeit is zum Kotzen.)

Dienstag, 14. Oktober 2014

Hot & Cold

Liebe Musketiere,

Ich weiß nicht was los ist. Es war kalt. Heute war es sogar so kalt, dass ich es bis unter die Bettdecke gespürt habe. Ich wollte nicht aufstehen, aber ich musste. Der Boden war eiskalt. Ich ging in die Uni und jeder verfluchte Raum war kalt. Was ist da nur los? Ich dachte es bleibt noch mindestens mit Ende Oktober richtig schon warm! Aber amüsant war, dass einfach jeder die Kälte bemerkt hat und wenn es Menschen gibt, die nicht mit Kälte umgehen können, dann sind es definitiv die Spanier. Alle nörgeln sie, wenn es an Sommertagen keine 40°C sind, aber jetzt wo die Wärme weg ist, weinen sie.

"You cannot call yourself a true geisha
until you can stop a man in his tracks with a single look."

Ich hatte lange Uni und war froh mich endlich nach Hause begeben zu können. Auf dem Heimweg kam mir ein Hottie auf einem Moped entgegen und musste jedoch an einer Ampel stehen bleiben (ich ebenso). Er starrte zuerst (wie alle Spanier) mein Haar verwundert an, dann fixierte sich sein Blick mehr auf mein Gesicht. Er wollte wohl Eindruck schinden und "cool" wirken, also bog er so scharf wie möglich vor mir ab und lächelte mich dabei verschwörerisch an. Aber er hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich kurzerhand dazu entschied, seinen Blick und sein Lächeln zu erwidern. Ja, es erschrak ihn nahezu und er schrammte leicht eine Mülltonne, bevor er beschämt Vollgas gab und so schnell wie möglich auf seiner fahrenden Toilette vom Ort des Geschehens flüchtete. Ich war so perplex und konnte nichts anderes denken als: Jetzt bin ich eine vollwertige Geisha!

Montag, 13. Oktober 2014

Weekend Cleaning Extension

Liebe Musketiere,

Wie ich bereits erwähnt habe war heute Feiertag. Aber ich hatte so viel Uni-Kram zu tun, dass ich im Grunde nix tolles gemacht habe, außer Wäsche. Und geputzt.


Mahé nennt mich immer "House Fairy", weil ich die bin, die putzt. Vielleicht sollte ich abwarten, bis die anderen mal putzen. Wenn ich Dreck nur besser ertragen könnte, wäre das möglich... Mit Unordnung hab ich kein Problem, aber Schmutz... der macht mich in letzter Zeit echt verrückt...

Sonntag, 12. Oktober 2014

Snooze Sunday

Liebe Musketiere,

Ich habe bis 16Uhr geschlafen heute, ich habe gegessen und Texte übersetzt und nun ich gehe wieder schlafen.

Bin ich froh, dass morgen ein Feiertag ist und ich keine Uni habe. Das gibt mir das Gefühl, als hätte ich ein richtiges Wochenende und den heutigen Tag nicht sinnlos verschwendet.

P.S.: Ich liebe Daria!

Samstag, 11. Oktober 2014

Feria de Jaén

Liebe Musketiere,

 ( Sorry mal wieder für einen viel zu späten Eintrag! )
Mein Tag begann ziemlich fleißig muss ich sagen: Ich war joggen, wieder zum Wasserfall aus Post Sports & Tomatoes. Aber diesmal nicht nur mit meinem mexikanischen Doppelgänger, sondern auch mitder Irin Lydia. Man pusht sich gegenseitig ganz schön, aber was einem eigentlich den absoluten Todesstoß gibt, ist in jedem Fall die Hitze, denn sie Sonne prallt ganz schön... Selbst früh morgens...

Danach habe ich fleißiges Bienchen Uni-Kram gemacht: Übersetzungen etc. Weil für den Abend ein ganz besonderes Erlebnis geplant war:

La Feria de Jaén

Feria de Jaén ist im Grunde eine Kirmes (für alle nicht aus meiner Region: Jahrmarkt), aber wie jedes Mal, wenn die Spanier feiern, wird alles größer und ausgelassener und krasser. Exzess pur.
Die Spanier nehmen sich Getränke mit zur Feria de Jaén, machen Botellón in den Straßen von Jaén und gehen dann zur Feria. Wir Erasmus-Studenten hingegen fuhren mit dem Bus gegen 19 Uhr hin und der Bus würde uns um 5Uhr wieder abholen und heim nach Granada fahren. 
Ich bin mit Mahé und Thomas hingefahren, aber schon bei der Hinfahrt gab es ein paar kleine Holpersteine auf dem Weg: Thomas musste alleine im zweiten Bus sitzen. Das tat mir irgendwie leid, weil er umgeben von Italienern war, die sich nur in ihrer Muttersprache unterhielten. Aber immerhin dauerte die Busfahrt nicht gar so lange wie die nach Marbella (ca. 2h), während nach Jaén nur eine bis eineinhalb Stunden draufgingen. Dort angekommen stellte man die große Gruppe vor die Wahl: 
Wollt ihr hoch zum Castello (Ein Schloss oben auf dem Berg + Krasser Ausblick auf die Stadt) oder direkt zur Feria (einfach im Zentrum der Stadt)?


Da wir Zeit hatten bis 5Uhr entschlossen Thomas, Mahé und ich zuerst dazu den Aufstieg zum Schloss zu wagen. Wir hatten ja keine Ahnung, was vor uns lag... 

 
Es war eine Tour über endlose Treppen oder lange dünne ansteigende Gassen, durch pechschwarze Waldpassagen, steile Anstiege über Feldwege und Kletteraktionen über kleine Felsabschnitte bis hin zur ultimativen Prüfung: dem Überwinden einer Steinmauer. Wir waren halb tot als wir am Castello ankamen... Aber immerhin kamen wir an... Die Überwindung der Mauer ließ viele leicht verzweifeln...Einige Steine der Mauer bröckelten und rollten runter... Ich habe mir definitiv auch irgendwas gezerrt, als ich mich über die Mauer hievte, aber es ist wieder gut, keine Sorge. Man sagte uns auf dem Hinweg, dies sei die beste Abkürzung. Wir waren ein wenig fassungslos. Definitiv eine Schwachsinnsabkürzung. Manche hätten sich ernsthaft verletzen können!!

Das Castello war ganz hübsch anzusehen, aber war den krassen Anstieg meiner Meinung nicht ganz wert... Am Aussichtspunkt war ein riesiges beleuchtetes Kreuz noch ein Stück weiter oben auf dem Berger und der Wind bließ so stark, dass die Haare in alle Richtungen abstanden. Ich hatte echt krasse Angst, dass mir meine Wertsachen gleich vom Wind weggerissen werden...


Beim Abstieg entschieden wir uns für den sicheren, aber längeren Weg. Ich fand, dass wir nicht viel langsamer waren, als dass sich die Abkürzung wirklich gelohnt hätte. Aber ich kann zumindest sagen, dass meine Beine nun voll trainiert sind und ich mir das fettige Kirmesessen wirklich verdient hatte.

Als wir wieder in der Stadt am Ausgangspunkt ankamen, geschah etwas so merkwürdiges. Wir sahen zum Himmel rauf und irgendwas fiel vom Himmel, aber es fiel so langsam. Es war ein Moment wie in Zeitlupe. Dann prasselte es auf uns nieder. Es war wirklich so ungewöhnlich. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich zuerst den Regen sah und dann erst spürte. 

Aber der Regen hörte schnell wieder auf. Wir machten uns auf zur Feria de Jaén. 

Thanks for the Fun Day, my friends!
Wir liefen über die Kirmes, schauten uns die vielen Stände an. Ich probierte das typisch spanische Jahrmarktsessen: patata asada. Es ist im Grunde eine riiiiesige Kartoffel, im Steinofen gegart und dann mit allerlei Köstlichkeiten belegt. Ich entschied mich für Patata Jamón (mit Schinken) und Thomas nahm Patata Atún (mit Thunfisch). Es war echt lecker und fühlte sich definitiv gesünder an, als unser Kirmesspeisen, wie Backfisch oder Fritten oder alles andere was fritiert wird.

Patata Asada

Danach sahen wir uns weiter auf der Feria um und entdeckten viele Attraktionen und sogar Stände in Form von Diskotheken, zu denen wir definitiv gehen wollten. Aber der Regen brach erneut los. Wir suchten Schutz im nächstbesten Stand, aber diesmal war es wirklich ein Unwetter: Es blitzt und donnerte, es regnete in Strömen und der Wind drohte einige nicht ganz so gut abgesicherte Stände wie den unseren weg zu wehen. 

Wir waren in einem Stand untergekommen, in dem Flamenco Musik spielte und die Menschen ausgelassen tanzten oder ein paar Getränke und die Musik an ihren süßen bemalten Holztischchen genossen. Also gesellten wir uns einfach dazu. Wir tranken ein wenig Sangria und quatschten bis der Regen nachließ. 


Danach gingen wir wirklich feiern. Es war so seltsam: Von außen sahen sie richtig gammelig aus, wie ganz normale Jahrmarktzelte, aber drinnen sah es aus wie eine echte Diskothek! Und wenn uns die Musik nicht gefiel oder gerade ein dummes Lied gespielt wurde, konnten wir einfach ein Zelt weiter gehen und da spielten sie ganz andere Musikrichtungen. Und so hobsten wir von Zelt zu Zelt und siehe da: Sie spielen unser Lied! Schon wieder! Und nochmal?! So ein Zufall! (haha)
Beim Verlassen von einem Zelt schlängelte ich mich so durch die Menge und irgendein Typ küsste mich aufs Haar. Leicht ekelig. Aber meine Begleiter straften ihn beide mit einem bitterbösen Blick ab. Ich fand es so süß, wie Thomas meinte: "Ich lasse doch nicht zu, dass jemand meine Mädchen anfasst!" Mein Ritter in strahlender Rüstung (haha). Später fügte er hinzu: "Es sei denn, sie wollen es so."
Es war wirklich ein lustiger Abend, aber leider muss ich sagen, dass man ein wenig genervt war, dass man so an die Zeit gebunden war. Einerseits hatte man Angst, die Zeit nicht ausfüllen zu können und andererseits war es, als müsste man genau dann gehen, wenn der Spaß am größten war. 

Um ca. 6.30 Uhr waren wir wieder in Granada. Totmüde. Deswegen kommt der Eintrag auch mal wieder viel zu spät. Tut mir leid...